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Autor Thema: Welche Epoche ist die Richtige?  (Gelesen 7701 mal)

Angela

  • Gast
Welche Epoche ist die Richtige?
« am: 08. Juni 2011, 21:17:09 »
Dann mache ich mal den Anfang mit ein paar kurzen Fragen zu dem Thema 'Leben in fernen Zeiten'.

In welcher Epoche schreibt ihr eure Bücher denn gerne? Und über welche lest ihr Besonders gerne? Welche ist die Schwierigste, bei der man scharf grübeln muss und welche mögt ihr nicht so gerne?

Ich schreibe gerne über das Mittelalter, nur ist das etwas schwierig, da man sich so viel erkundigen muss. Ich habe das Internet da schon aufgegeben und begnüge mich nun mit Büchern mit Informationen darüber. Fantasy spielt ja Meistens in Vergangenen Epochen, sprich Mittelalter, welches in meinen selbst erschaffenen Welten oft herrscht. Lesen tue ich allerdings über die Gegenwart und Zukunft. Da gibt es so viele spannende Themen. Lesen tue ich nicht so gerne über Reisen zwischen den Zeiten oder die Steinzeit. Also alles was vor dem Mittelalter ist, finde ich schon zu weit hinten in der Zeit.

Nun ist eure Meinung gefragt!

Liebe Grüße

Rosentinte

  • Gast
Re: Welche Epoche ist die Richtige?
« Antwort #1 am: 08. Juni 2011, 21:25:19 »
Hallo,
also meine Welt ist auch auf unserem Mittelalter-Standart. Im Internet findet man wohl tatsächlich nicht so viel dazu, gut ist aber der Mittelalterrechner, dort hat man viele altertümliche Einheiten und auch Angaben z.B. wie viel Kilometer ein Tagesritt lang ist.
Einige gute Bücher habe ich auch schon gefunden. Ich glaube allerdings, dass es noch schwieriger ist zu anderen Epochen Informationen zu finden, denn das Mittelalter hat am längsten gedauert...
LG, Rosentinte

Yanosch W.

  • Gast
Re: Welche Epoche ist die Richtige?
« Antwort #2 am: 08. Juni 2011, 22:38:27 »
Hallo allerseits.

Ihr scheint ja dem Mittelalter sehr zugeneigt zu sein. Zumindest für Fantasyschreiber ist es auch die übliche Epoche.
Bei mir ist die Frage der Epochen etwas komplexer.

In den Geschichten, die auf meiner 'Stillen Welt' spielen, kommt es ganz auf den Kulturkreis an, welche Zeit gerade herrscht. Während Teile dieser Welt im späten Mittelalter geblieben sind, befinden sich andere auf einer alternativen Zeitebene, die ungefähr der Moderne entspricht (es gibt zB. Gentechnik, die auch Lebewesen beeinflussen kann, Forschung, ausgebaute Technik, aber keine Elektrizität). Weltgeschichtlich befindet die 'Stille Welt' sich wieder auf einem Niedergang der kulturellen und zivilisatorischen Entwicklung, da die Technologien mit dem Ende des vorangegangenen Zeitalters in großen Teilen der Welt wieder verschwunden sind.

Außerdem ersinne ich oft Geschichten, die in einer postapokalyptisch ausgerichteten Welt handeln. Besser gesagt, auf einer einzigen Insel, die inmitten des weiten Meeres liegt, das niemand je überquert hat. Oder so. Auf dieser Insel gibt es einen Komplex gewaltiger Wolkenkratzer, der futuristisch ausgerichtet ist, und darunter die sogenannte Unterstadt, in der die Menschen auf sehr geringem Lebensniveau vor sich hin vegetieren. Um diesen Wolkenkratzerkomplex herum liegt die Randstadt, welche in verschiedene Viertel eingeteilt sind. Innerhalb dieser Viertel variiert das Lebensgefühl von spätem Mittelalter über beginnende Industrialisierung bis hin zu einer etwas weniger luxuriösen Fassung unserer heutigen Welt.

Also habe ich epochentechnisch im Grunde genommen fast alles dabei von der Antike bis Heute (Renaissance eigentlich nicht, aber das kann ja noch kommen). Allerdings halte ich mich nicht besonders daran, wie diese Epochen wirklich waren, da ich sie immer sehr an die Bedürfnisse des Schreibumfeldes anpasse. Dennoch verbringe ich erstaunlich viel Zeit mit Recherche...

Mit freundlichen Grüßen, Yanosch

Offline Maja

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Re: Welche Epoche ist die Richtige?
« Antwort #3 am: 08. Juni 2011, 22:58:38 »
Einige gute Bücher habe ich auch schon gefunden. Ich glaube allerdings, dass es noch schwieriger ist zu anderen Epochen Informationen zu finden, denn das Mittelalter hat am längsten gedauert...
Hier muss ich mal dezent oberlehrerhaft einschreiten. Ihr könnt für das Mittelalter ungefähr tausend Jahre rechnen, von ~500 bis ~1500 (je nach Gegend, die Renaissance hat zum Beispiel nicht überall gleichzeitig angefangen). Aber zum einen läßt sich nicht das ganze Mittelalter in einen Topf werfen, das Leben zur Zeit Karls des Großen (um 800) war sicher ein anderes als im Hochmittelalter (1200-1300).

Vor allem aber hat das Mittelalter nicht am längsten gedauert. Die Antike war zum Beispiel deutlich länger, und das Altertum (Steinzeit, Bronzezeit) erst recht. Ihr könnt davon ausgehen, dass jede Epoche kürzer ist als die vorhergehende, weil technische Entwicklung technische Entwicklung begünstigt und sich darum alles beschleunigt - allein in den letzten zwanzig Jahren hat sich mehr getan als im ganzen Mittelalter. Es stimmt also, dass es nach dem Mittelalter nie wieder eine so lange Epoche gegeben hat, und das mit Abstand - aber wenn ihr in die Zeit vor dem Mittelalter reist, werden die Epochen länger und länger.

Und damit lasse ich euch jetzt wieder allein.
Worte sind Luft. Aber die Luft wird zum Wind und macht die Schiffe segeln.
Arthur Koestler

Falamir

  • Gast
Re: Welche Epoche ist die Richtige?
« Antwort #4 am: 15. Juni 2011, 15:14:06 »
huhu,
Also ich schreibe auch in Mittelalter aber ich schreibe auf Fantasy da ist das ja ,wie schon so oft gesagt, üblich Mittelalter zu schreiben. Ich würde auch fast behaupten dass das auch eine der schwersten Zeiten ist da man immer nachdenken muss wie man das alles am besten ausdrückt das es auch nach Mittelalter klingt.

lg Falamir

Yanosch W.

  • Gast
Re: Welche Epoche ist die Richtige?
« Antwort #5 am: 15. Juni 2011, 16:48:54 »
Hallo.

Ich würde auch fast behaupten dass das auch eine der schwersten Zeiten ist da man immer nachdenken muss wie man das alles am besten ausdrückt das es auch nach Mittelalter klingt.
Da sprichst du ein wahres Wort, Falamir. Wenn ich zurückblicke auf mein erstes Buchprojekt (begonnen mit 11 oder 12), in dem die Prinzessin ihre Mutter, die Königin, mit "Moin Hoheit" ansprach...  ::)
Diese Sprachfeinheiten können sich aber noch viel weiter ziehen. Es gibt nicht nur viele umgangssprachliche Ausdrücke und Phrasen, die man zeittechnisch vor einer mittelalterlichen Kulisse nicht benutzen darf, es gibt auch noch Sprachmuster, die einen religiösen oder ethischen Hintergrund haben und die deswegen möglicherweise nichts zu suchen haben in einem Fantasybuch. Und sei es nur der Ausruf "Zum Teufel!" in einer Welt, wo es gar keine Teufel gibt.

Mit freundlichen Grüßen, Yanosch

Falamir

  • Gast
Re: Welche Epoche ist die Richtige?
« Antwort #6 am: 16. Juni 2011, 17:53:57 »
jaa das problem hab ich allerdings sprechen die leute aus meiner Geschichte nicht allzu geschwollen(noch nicht) also geht das noch!! :D :D

Angela

  • Gast
Re: Welche Epoche ist die Richtige?
« Antwort #7 am: 17. Juni 2011, 21:30:00 »
jaa das problem hab ich allerdings sprechen die leute aus meiner Geschichte nicht allzu geschwollen(noch nicht) also geht das noch!! :D :D

Ah, bei mir ist das Problem dass ich nicht weiß was noch geht und was schon übertrieben ist, was die Sache mit dem Sprechen angeht.  ::)

Lemonie

  • Gast
Re: Welche Epoche ist die Richtige?
« Antwort #8 am: 18. Juni 2011, 00:34:59 »
Also die welt meines Projekts geht vom Entwicklungsstand und der Lebensart in Richtung Mittelalter, die Welt ist allerdings keine Scheibe mehr (liegt aber zum Großteil an den gegebenheiten), und ein paar andere Dinge sind anders. Genau einzuordnen ist es nicht wirklich, da die Welt an sich in einer völlig anderen Situation ist als unsere.

Was die Sprache betrifft: Man sollte natürlich Umgangssprache vermeiden, aber meine Protagonistin gehört nicht gerade zur gebildeten Oberschicht, sie kann noch nichtmal lesen und schreiben. Deshalb hat sie (wie wahrscheinlich der Großteil der Bevölkerung) keine gehobene Sprache oder sowas drauf.

Was Flüche und Kraftausdrücke betrifft, nehme ich allgemeine Sachen wie "verdammt" (das ist auch christlichen Ursprungs soweit ich wieß, ich finde aber es geht trotzdem, da es nicht auf eine Religion bezogen ist. Vorrausgesetzt ist nur, dass es überhaupt eine Religion gibt, und die gibt es bei mir). "Idioten" und "Dummköpfe" gehen meiner Meinung nach auch immer, die meisten bei uns bekannten Schimpfwörter sind aber leider modern. Deshalb beziehe ich solche Sachen oft auf Lebewesen/Dinge, die da vorhanden sind, der Klassiker da ist zum Beispiel "Ratte" (davon gibt es auch in meiner Welt einige und besonders beliebt sind sie auch da nicht) oder natürlich Bezeichnungen für Menschen einer sehr niedrig angesehen Schicht bzw. Verbrecher, also sowas wie "Ganove", "Bastard", etc.

Creaty

  • Gast
Re: Welche Epoche ist die Richtige?
« Antwort #9 am: 04. September 2011, 10:55:52 »
Ich handhabe es genauso wie Lemonie, allerdings bringe ich noch sehr gerne das Wort "Mistkerl" mit in die Umgangssprache herein... ;)

Offline Tintenflügel

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Re: Welche Epoche ist die Richtige?
« Antwort #10 am: 04. September 2011, 12:04:55 »
JA, ich mach das auch sehr gern, nur nutze ich da auch gern das Wort "MistSTÜCK"
je suis venu au monde dans un temps très vieux
-Erik Satie-

Simara

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Re: Welche Epoche ist die Richtige?
« Antwort #11 am: 30. Oktober 2011, 19:53:08 »
Ich beschäftige mich mit fast jeder Epoche gerne, Momentan setzen sich die Industrialisierung (Viktorianische Zeitalter) und das Frühmittelalter jedoch etwas durch.

Offline Seelenworte

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Re: Welche Epoche ist die Richtige?
« Antwort #12 am: 25. März 2012, 21:23:02 »
Ich schreibe sehr gerne in der Gegenwart aber mehr der Zukunft, da bei mir sehr viel Sciene-Fiction angehaucht ist.
Da habe ich Geschichten die nur 10 Jahre in der Zukunft liegen aber auch welche die soweit zurückliegen, dass die Menschen wie wir sie heute sind nur Legenden sind.
Ohh, ich habe eine Geschichte die eher in einem mittelalterlichem Setting spielt, dort aber auch nicht in unserer Welt.
Ich glaube das Problem ist einfach nur, dass ich in gewissen Punkten einfach zu faul bin, auch mal was Wichtiges nach zu lesen  ;D
Dafür lese ich solche Sachen aber eigentlich auch sehr gerne...
Naja...vielleicht werde ich mich mal an einer Geschichte versuchen die in einer Zeit liegt, die sehr viel Ähnlichkeit mit dem alten Ägypten hat. Die schwirrt nämlich auch schon ziemlich lange in meinem Kopf herum.

Ja dass war es dann auch soweit. Glaube ich jedenfalls...
 

Offline Thiod

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Re: Welche Epoche ist die Richtige?
« Antwort #13 am: 24. Juli 2012, 18:32:46 »
In meinen Geschichten herrscht meist ein technischer Stand, der sich vielleicht mit mittelalterlich beschreieben lässt. Aber meist ist die Einstellung der Leute moderner bzw. generell anders. Eine Institution wie die Kirche tritt praktisch nie auf (oder jedenfalls nicht so machtvoll), gläubig sind die Leute oft aber schon. Außerdem herrscht teilweise schon Demokratie bzw. sie wird im Laufe der Handlung eingeführt.
Was gute Bücher zum Thema Mittelalter angeht, haben wir eines zu Hause: "Der Alltag im Mittelalter", ist von Maike Vogt-Lüerssen und befasst sich mit allen Gesellschaftsschichten und enthält Informationen über Recht, Mode, Essen, Liebesleben, Erziehung, Medizin und manches andere. Ich finde es sehr spannend und aufschlussreich.
Wenn es um Sprache geht, vermeide ich lediglich Anglizismen oder Worte, von denen jeder weiß, dass sie neu sind, ansonsten lasse ich das gemeine Volk reden, wie unsereins, da es sich ohnehin vermutlich um eine Übersetzung aus der Sprache einer fremden Welt handelt.
Wenn ich Geschichten in der Zukunft schreibe, neige ich dazu, eher mehr englische Begriffe einfließen zu lassen (und gerade denke ich, ein paar chinesische Lehnworte hätten auch was, wenn man die derzeitige Entwicklung fortspinnt).
Wissen ist Macht - Phantasie ist Freiheit