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Autor Thema: Streitszenen schreiben  (Gelesen 4768 mal)

Offline Iphigenie

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Re: Streitszenen schreiben
« Antwort #15 am: 05. Oktober 2015, 19:10:52 »
Aber - und danach klang es - wenn alle Charaktere wirklich so handeln, dass es zu ihnen passt, klingt das durchaus logisch. Besonders dein Protagonist schien einen ziemlichen Hand zum Aufbrausen zu sein. Sehr jähzornig. Gut gelöst, muss ich sagen! Ich wäre damit auch ziemlich überfordert, glaube ich.

Liebe Grüße,
Iffi
"When it rains, look for the rainbow, when it's dark, look for the stars."

Offline Anoukh

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Re: Streitszenen schreiben
« Antwort #16 am: 06. Oktober 2015, 20:17:15 »
Klingt gut. Ich bin grad an einer Stelle und muss mich entscheiden, ob meine Protas überhaupt streiten sollen... Irgendwie wäre das grad mal fällig.
Weil A in letzter Zeit B schlecht behandelt. Naja. Aber B liebt A, daher möchte sie sich nicht mit ihm streiten.

Muss mir noch überlegen, was ich da machen soll.
Bin aber froh für dich, dass du es geschafft hast. Ich hätte gerne was Produktives eingebracht, bin aber grad mitten in der Klausurenphase.
LG
Anoukh
"Es gibt nichts, was du fürchten musst, außer dir selbst. Sei mit dir im Reinen, dann kann dich niemand brechen, meine Kleine", Iunai aus "Die letzten Sterne"

Offline Thiod

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Re: Streitszenen schreiben
« Antwort #17 am: 09. Oktober 2015, 03:55:49 »
Man kann sich auch mit jemandem streiten, den man liebt - kommt natürlich auf den Charakter an, es gibt Leute, die solche Angst haben, durch Streit eine Beziehung zu zerstören/die Chance zu zerstören, dass sie sehr viel schweigend einstecken, während andere da unbefangener sind. Ich denke, ein starker und selbstbewusster Charakter würde ein Problem ansprechen - ob jetzt in hitziger oder eher logischer Weise, sei dahin gestellt - und würde auch nicht aufgeben, wenn daraus ein Streit entstünde. Es kommt natürlich darauf an, wie groß das Problem und die emotionale Belastung ist und überhaupt.
(Sorry, falls das gerade zu vage ist, um zu helfen, bin nicht sicher).

Viele Grüße,
Thiod.
Wissen ist Macht - Phantasie ist Freiheit

Offline Yona

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Re: Streitszenen schreiben
« Antwort #18 am: 28. Februar 2017, 16:50:21 »
Ich wecke den Thread mal wieder auf...
Ich lasse meine Figuren nämlich oft mal aneinandergehen. Vor allem in einem Projekt, das besteht eigentlich fast nur aus Streit. Streit mit dem Onkel, mit dem Bruder, mit dem kleinen Bruder. Der Prota ist ja in Wirklichkeit gar nicht so schlimm drauf, er (sie) mag das Streiten aber trotzdem. Es ist für sie eine Herausforderung.
Hier ein Ausschnitt aus einem Streit:
Zuhause gab es natürlich Ärger, wegen dem Nicht-zum-Ballett-gehen-und-dann-auch-noch-unfreundlich-sein. Jetzt liege ich auf dem Bett und höre Techno. Die Bässe wummern durch den Raum.
Unten fällt Detlev bestimmt vor Schreck aus dem Schaukelstuhl, wenn er das hört. Das Fetzigste, was er hört, ist Mozart.
Ah, jetzt klopft er an die Zimmertür. Ich stelle mich dann mal taub. Mist, er hört immer noch nicht auf.
Ich stelle die Musik lauter. Er hat es wohl auch jetzt noch nicht kapiert. Nämlich er öffnet die Tür und deutet mit gequältem Gesicht auf seine Ohren.
„Zu laut" formt er mit seinen Lippen.
„Mir doch egal" forme ich zurück und schiebe ihn zur Tür raus.
Er kommt wieder rein, plustert sich zu einer Moralpredigt auf...., ich mache vor Detlev die Tür zu.
Langsam wird selbst mir die Musik zu laut.
Aber sie auszuschalten wäre eine Niederlage für mich.

Man kann einen Streit auch mit Taten, nicht nur mit Worten ausüben, wie das Beispiel zeigt. Ich guck mal nach einem Wortstreit...
Hab keinen Gefunden.
Hier ein anderer:
"Hey, Ulli, wo ist denn dein Rucksack?", fragt Kim-Kong hämisch. Die anderen Lachen höhnisch
Ich zucke die Schultern und sehe mich um.
"Hey, Ulli, Ist da nicht ein Buch drin?"
wie hungrige Hyänen schleichen sie in Kreisen um mich herum.
"Ein blaues Buch, in dem Sachen darinstehen, auf die Facebook nur so wartet?"
Wut braut sich in meinem Magen zusammen und brodelt weiter hinauf, bis in meinen Hals, meine Brust, meinen Kopf, überallhin, ich balle die Hände zu Fäusten, versuche mich zurückzuhalten, doch alles in mir hat sich entschieden, nur meinen Kopf hat niemand gefragt.
Kim-Kong liegt blutend am Boden, der Rest der Clique hat eine Mauer um ihn gebildet, zwei Gorillas lösen sich von ihnen und kommen auf mich zu.
"Verpiss dich, kleiner, sonst siehst du aus wie Kim."
"Erst das Buch!"
"Träum weiter, das kommt in unsere ganz spezielle Bibliothek!"
"Ich. Will. Das. Buch. Punkt."
"Ohoh, ein kleiner Rebell!", lacht der Gorilla und faltet seine Wurstfinger "Niedlich!"


Und so weiter. Wollte einfach mal diese Arten Von Streit vorführen.
Welche findet ihr besser?
Fallen euch andere ein?
Führt sie doch vor. Ich finde Beispiele am besten.

Viele Grüße,
Yona