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Autor Thema: Unmögliches beschreiben  (Gelesen 9423 mal)

Offline Writing_Chrissi

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Re: Unmögliches beschreiben
« Antwort #30 am: 15. April 2014, 23:42:18 »
Achso :D
Nimm dir Zeit für deine Träume, bevor die Zeit dir deine Träume nimmt!

Offline Thiod

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Re: Unmögliches beschreiben
« Antwort #31 am: 16. April 2014, 09:07:53 »
Ich muss sagen, ich verstehe dein Problem, Mieze. Ich kenne es.
Und so etwas wie Sterben oder durch Portale gehen, dass lässt sich fast leichter beschreiben als etwas, mit dem man selbst genauso wenig Erfahrung hat - aber weiß, dass viele der Leser höchst wahrscheinlich eine haben.

Viele Grüße,
Thiod.
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Offline Yona

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Re: Unmögliches beschreiben
« Antwort #32 am: 25. März 2017, 12:01:38 »
Hi, ich habe einmal eine Reise durch den Raum - nicht durch die Zeit - in einen geheimen Unterschlupf schreiben müssen und mich sehr schwer damit getan. Rein Wissenschaftlich wird der Prota ja entweder "gebeamt", also die komplizierte Variante oder einfach unglaublich schnell bewegt. Letzteres müsste dann glaube ich einfach sehr viel sehr grelles Licht haben. Oder das ganze wird magisch angegangen, wie ich es getan habe. Dann habe ich einfach die Fantasie spielen gelassen, und das hier kam heraus:

Dann kramte er eine abgewetzte lederne Feldflasche aus seinem beigen Trenchcoat. „Gut festhalten!“ raunte er und man sah, das es ihm Spaß machte „Amaroq“ 
Der Schuttplatz wurde in gleißend helles Licht getaucht. Ginny schloss die Augen und als sie sie wieder öffnete, waren um sie herum rote, blaue und gelbe Linien, die sich harmonischen Kreisen bewegten.
Langsam wurden die Farben blasser, bis nur noch ein angenehm dunkler Blauton zu sehen war.
Der Blauton wurde zum Grau, und in diesem hellen Grau konnte Ginny die Schattenhaften Umrisse zweier Menschen sehen. Als das Grau sich nun verflüchtigt hatte, konnte sie ungetrübt sehen. Ein Mann, Herr Roland, und eine Frau die Ginny nicht kannte beugten sich über sie. Sie sprachen etwas in einer ihr unbekannten Sprache, die leicht an Russisch errinnerte.

Offline Thiod

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Re: Unmögliches beschreiben
« Antwort #33 am: 27. März 2017, 09:54:22 »
Blendendes Licht, sodass der eigentliche, unerklärbare Vorgang nicht beobachtet werden kann, ist ein guter Kunstgriff. Generell kann das Nicht-Zeigen sehr effektvoll sein.

Viele Grüße,
Thiod.
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Offline Yona

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Re: Unmögliches beschreiben
« Antwort #34 am: 27. März 2017, 14:38:43 »
Danke! Mann, über so Sachen mach ich mir eigentlich nie Gedanken, wenn ich aber darüber nachdenke, scheint es mir so logisch! Ich mein - man kann ja einfach sagen: "Daran, was genau dann passierte, errinnerte sich Ginny nicht genau, doch als sie wieder zu Bewusstsein kam..". Dann wäre dieses Problem ansatzweise gelöst. Ja, man will es manchmal beschreiben, aber wenn man mal keine Lust hat ... obwohl ein Autor natürlich (immer) Lust hat!

Viele Grüße,
Yona

Offline Thiod

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Re: Unmögliches beschreiben
« Antwort #35 am: 28. März 2017, 12:50:51 »
Wie bei allem gilt natürlich Fingerspitzengefühl. Ich würde eher sagen, dass Nicht-Beschreiben nicht den Autor entlasten, sondern die Mysteriosität erhöhen sollte. Obwohl es im Idealfall natürlich beides tut. Die alte Weisheit ist ja: In einem guten Horror-Film wird das Monster nicht gezeigt. Dann wächst die Angst, weil jeder sich ein namenloses Grauen vorstellt. So ähnlich ist es mit anderen Sachen auch, besonders mit magischen. Du kannst dir ein exaktes Magie-System für alles (inklusive Portale) erdenken und beschreiben und das wird vielen Lesern große Freude bereiten - aber es macht die Magie greifbar, beinahe wissenschaftlich. Oder du kannst die Magie passieren lassen, andauernd Hinweise streuen, wie sie passiert - aber das wirklich WIE wird nie gezeigt. Man kann sich auch anderen Erklärungen entziehen. Ich denke da an die Adams-Family. Diese Familie scheint ja mit keinem Mittel tot zu kriegen zu sein - aber als Zuschauer weiß man nie wirklich, WIE Adamses alles überleben - denn man sieht nie, wie sie von einer Axt/Explosion etc. getroffen werden (oder ihr ausweichen). Man sieht immer nur die drohende Attacke und die unbeeindruckten Adamses - und gewinnt den Eindruck, dass sie wohl unverwundbar sind.
Natürlich ist sowas im Buch etwas schwieriger als im Film, da man nicht ganz so dezent mit Schnitt und Kamera nicht-zeigen kann.

Viele Grüße,
Thiod.
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Offline Yona

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Re: Unmögliches beschreiben
« Antwort #36 am: 28. März 2017, 15:28:22 »
 Natürlich, ein Kunstgriff ist es allemal. Eine fehlende Beschreibung kann es auch einfach machen. Also ich sage einfach "da war das Monster nun, es sah anderst aus, als er es sich vorgestellt hat". Der Leser kann sich den Rest einfach vorstellen. Das kann aber mich jedenfallst total irritieren und, bei den bekannten Büchen störte ds mich bei der Verfilmung, die bei den Szenen meist in die Hose gingen.

Viele Grüße,
Yona

Offline Thiod

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Re: Unmögliches beschreiben
« Antwort #37 am: 28. März 2017, 22:37:56 »
Was genau hat dich gestört? Dass es gezeigt wurde, oder dass es nicht gezeigt wurde?

lg,
Thiod.
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Offline Yona

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Re: Unmögliches beschreiben
« Antwort #38 am: 29. März 2017, 13:48:16 »
Was gezeigt wurde. Die Sachen werden ja oft ganz anderst gezeigt, wie ich sie mir vorgestellt habe.

Viele Grüße,
Yona

Offline Thiod

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Re: Unmögliches beschreiben
« Antwort #39 am: 30. März 2017, 11:48:47 »
Naja, das ist ja ein normales Problem bei Verfilmungen, irgendwas ist immer anders, als man es sich vorgestellt hat.
Aber ich finde es doch immer am Ärgerlichsten, wenn die Verfilmung dann etwas direkt zeigt. Das ist zum Beispiel einer der wenigen Kritikpunkte, die ich an der Herr-der-Ringe-Verfilmung habe: Sauron, groß und bedrohlich, ist irgendwie auf dieses alberne Auge reduziert - einen Typen, der ein Auge ist, KANN man doch nicht ernst nehmen. Im Buch ist das Auge zwar ein zentrales Thema, wenn es um Sauron geht, aber es wird nie behauptet, das sei alles, was er hat (wirds im Film auch nicht explizit, aber es kommt so rüber) - aber eigentlich bleibt er eine völlige Schattenfigur, der du kein Gesicht und keinen Charakter zuordnen kannst, er wird von anderen charakterisiert, aber niemals durch sich selbst - das ist einer der Gründe, weshalb er so bedrohlich wirkt, denke ich.

Viele Grüße,
Thiod.
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Offline Yona

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Re: Unmögliches beschreiben
« Antwort #40 am: 30. März 2017, 15:48:47 »
Ich muss zugeben, ich habe die Herr-der-Ringe-Filme nicht gesehen, den ersten Teil von "Hobbit" habe ich abgebrochen weil es an dem Abend schon ziemlich spät geworden ist und am nächsten Tag Schule war, seit dem habe ich Hobbit und Herr der Ringe ausgelassen. Bei schon gesehenen Verfilmungen bin ich nämlich seeehr lesefaul. Sprich: Dazu kann ich nichts sagen.
Aber, auf Verfilmungen kann man sich eigentlich nie verlassen. Vor allem Eragon hat mich enttäuscht. Aber, wie immer, ich weiche ab vom Thema.

Viele Grüße,
Yona

Offline Thiod

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Re: Unmögliches beschreiben
« Antwort #41 am: 01. April 2017, 18:49:04 »
Kein Problem, die nicht zu kennen (ich habe sie auch erst nach Jahre langer Überredung durch Freunde gesehen). Und zu Verfilmungen haben wir irgendwo einen Thread - falls wir das Gespräch weiter verfolgen wollen.

Viele Grüße,
Thiod.
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Offline Yona

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Re: Unmögliches beschreiben
« Antwort #42 am: 01. April 2017, 20:09:10 »
Da ich den von meinem Bruder viel gelobten Film nicht gesehen habe, bringt eine Weiterführung des Gespräches nicht sonderlich viel (Meine Fresse, was für ein Beamtendeutsch :D)
Und zu dem Thema hier habe ich glaube ich auch nichts mehr zu sagen/schreiben.
Also, wir sehen uns dann höhstvermutlich (gibts das Wort?) bald wo anderst

Viele Grüße,
Yona