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Autor Thema: Unmögliches beschreiben  (Gelesen 7113 mal)

Offline Leseratte

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Re: Unmögliches beschreiben
« Antwort #15 am: 11. Februar 2014, 17:04:18 »
Dankeschön für das Text-Beispiel!!  :)

Offline Writing_Chrissi

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Re: Unmögliches beschreiben
« Antwort #16 am: 13. Februar 2014, 18:33:58 »
Kein Problem ;) Ich hoffe, es hilft dir!
Nimm dir Zeit für deine Träume, bevor die Zeit dir deine Träume nimmt!

Offline Esora

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Re: Unmögliches beschreiben
« Antwort #17 am: 24. Februar 2014, 21:14:43 »
Ich hab auch mal was zu diesem Thema:

Und zwar ist meine Hauptperson Louisa gerade im Schlamm/Morast versunken und findet sich nun in Eamand wieder.


Und dann war ihr Bewusstsein nicht mehr. Es war im Nichts. 

[...]

Licht. Hell. Nass. Tief. Immer tiefer. Was war das? Was ließ sie immer tiefer sinken? Bewusstsein? Was? Was sollte das sein? Nass. Plötzlich nass. Alles nass. Kalt. Seltsam. Durchlässig. War nur ein Hauch. Sie spürte es nicht. Was befand sich da? Alles schwarz. Alles durchlässig. Sie sank tiefer. Gefühl. Es kehrte zurück. Begann aufzutauen. War wie Feuer. Es brannte. Bewegung? Hatte sie das je gekannt? Was konnte sie damit tun? Was waren das für Dinge, die sie bewegen konnte? Warum war alles so kalt. Was war kalt? Augen? Ein Wort. Was bedeutete es? Öffnen.
Sie riss sie auf. Es begann zu brennen. Vor ihr war es dunkel. Sie sah nach oben. Etwas Weiches schwebte vor ihrem Gesicht umher. War ein Hauch auf ihrer Haut. Dort oben war es heller. Sollte sie dorthin? Aber wie?
Gefühl! Bewegung! Etwas vor ihr änderte seinen Platz. Sie spürte es. Sie fühlte das. Es drang durch etwas hindurch. Etwas um sie herum. Nass. Wasser! Sie erzeugte Bewegung. In dem Wasser.
Sie bewegte sich. Unter ihr erwachte etwas anders. Mehr Bewegung. Mehr Feuer. Mehr Bewusstsein. Mehr Gefühl.
Schneller. Sie bewegte sich nach oben. Das Helle kam näher. Es wurde heller. Die Dunkelheit blieb unter ihr zurück. Weit unter ihr.
Die Bewegungen wurden gleichmäßig. Sie kannte diese Bewegungen. Sie hatte sie schon einmal gemacht. Körper. Ihr Körper hatte sie schon einmal gemacht.
Körper. Sie sah ihren Körper. Hände. Hände an ihren Armen. Sie waren es, die sich bewegten. Füße. Dort unten, in die Dunkelheit waren Füße. An Beinen. Sie sah nach unten. Sie wollte sie sehen. Sie beugte sich. Sah sie. Drehte sich. Die Welt war umgedreht. Das dunkle war oben, das helle unten. Sie drehte sich weiter. Es war wieder richtig. Die Welt hatte sich gedreht. Sie hatte sich gedreht. Im Wasser konnte sie sich drehen, frei bewegen.
Ihr Gesicht regte sich. Es bewegte sich. Noch mehr Bewegung. Mehr Leben. Ihr Mund verzog sich. Ein Gefühl. Sie war glücklich.
Sie sah wieder nach oben. Das Helle. Dort hin!
Mehr Bewegung! Schneller! Jubel in ihr! Gefühle in ihr! Leben in ihr!
Ihre Hände streckte sie nach oben, sie war schnell. Ihre Finger durchbrachen das Wasser, fühlten etwas anders. Fühlten nichts. Doch! Sie fühlten einen sehr sanften Hauch. Plötzlich Schmerz. Schmerz in ihrer Brust. Ein Drang. Ein Drang, den Mund zu öffnen.
Ihr Kopf durchbrach die Oberfläche. Sie öffnete den Mund. Sie sog etwas in sich hinein. Etwas, das sie nicht sehen konnte. Erleichterung in ihr. Luft. Das war Luft. Sauerstoff. Sie brauchte ihn zum Leben.
Ihr Kopf war kalt. Wind. Er machte ihren Kopf kalt. Sie paddelte. Das Wasser wollte sie wieder nach unten ziehen. Sie musste oben bleiben. Sie brauchte Luft. Sie musste paddeln.
Dort! Land. Ufer. Dort paddelte sie hin. Sie schwamm und dann war Boden unter ihren Füßen. Sie stand. Sie stand im Wasser und kletterte an Land.
Da war ein seltsames Gefühl in ihr. Sie musste husten. Und ihr war kalt. Sie fröstelte.
Orientierungslos setzte sie sich an das Ufer des Sees, hustete und machte sich ganz klein.
Dann war da noch ein Geräusch. Sie sah auf. Hustete. Neben ihr kletterte etwas aus dem Wasser. Nein, jemand. Sie kannte dieses Wesen. Es hustete, wie sie. Vielleicht war es genau so, wie sie?
Ein Name. Patrick.
Ihr Mund öffnete sich: »Patrick?«, ihre Stimme war hoch, brach.
Er sah zu ihr, setze sich neben sie. »Louisa.«
Louisa. Ihr Name. Das war sie. Wirklich? Es fühlte sich nicht so an.



Louisa hat so gut wie jede Erinnerung an unsere Welt verloren und fängt nun quasi sozusagen in Eamand neu an (für weitere Infos siehe Mein Roman "Die Aufzeichnungen von Eamand - der Eisenstein".


LG
Esora
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Offline Leseratte

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Re: Unmögliches beschreiben
« Antwort #18 am: 25. Februar 2014, 10:43:34 »
Hallo,  :)

Ich finde, dass war mal ein ganz anderer Schreibstil, also ich meine diese kurzen Sätze. Das ist wirklich ein Nichts-Wissen, noch krasser, als ich es mir vorgestellt habe.

Vielen Dank für dein Beispiel! :D

Liebe Grüße
Leseratte

Offline Writing_Chrissi

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Re: Unmögliches beschreiben
« Antwort #19 am: 01. März 2014, 23:38:28 »
Ich kann Leseratte nur zustimmen! Und durch die vielen Wortwiederholungen hört es sich so an, als wollte sie die Wörter durch wiederholen in Erinnerung behalten ;) Mein Kompliment!
Lg
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Offline KaZuko

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Re: Unmögliches beschreiben
« Antwort #20 am: 01. März 2014, 23:41:55 »
Heftig gut.
Warum hab ich das erst jetzt bemerkt? Der Text ist tatsächlich ein wundervolles Beispiel, wie man solche Situationen lösen kann. Ich bin ... schwer beeindruckt! So findet man definitiv schnell in's Geschehen!

Grüße,
Kazu
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Offline Esora

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Re: Unmögliches beschreiben
« Antwort #21 am: 09. März 2014, 19:54:51 »
Hey Leute!

Danke euch allen für die Komplimente :D *etwas rot werden*

LG
Esora
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Offline Bydysawn

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Re: Unmögliches beschreiben
« Antwort #22 am: 10. März 2014, 16:57:31 »
Dafür brauchst du nicht gleich rot werden. Ich mag den Text auch sehr gerne. War nur zu faul ihn in grün zu markieren. Du weißt was ich meine.  ;)

LG Byd
Jemand mit einer neuen Idee gilt solange als Spinner, bis sie sich durchgesetzt hat.

Ich bin nicht gestört nur eine Limited Edition!!!

Offline Miezekatzemaus

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Re: Unmögliches beschreiben
« Antwort #23 am: 10. März 2014, 18:20:55 »
Ich finde deinen Text auch sehr gelungen.
Lg, Mieze :D

LisaLoveLife1911

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Re: Unmögliches beschreiben
« Antwort #24 am: 12. April 2014, 19:04:05 »
Ich mache es immer so, dass ich beschreibe, wie ich es mir vorstelle zu sterben.

Offline Thiod

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Re: Unmögliches beschreiben
« Antwort #25 am: 13. April 2014, 13:06:24 »
Hallo Lisa (benutze das jetzt einfach Mal als Abkürzung),

meinst du das auf Todesszenen oder auf "Weltenwechsel"-Szenen bezogen? Und wie stellst du dir vor, zu sterben? Am Anfang dieses Threads haben ein paar von uns ja auch schon Todessequenzen vorgestellt - ist deine Vorstellung da so ähnlich oder vielleicht ganz anders?

Viele Grüße,
Thiod.
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Offline Writing_Chrissi

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Re: Unmögliches beschreiben
« Antwort #26 am: 15. April 2014, 23:23:06 »
Zitat
Ich mache es immer so, dass ich beschreibe, wie ich es mir vorstelle zu sterben.

So machen das, glaube ich, alle Autoren. Ich zumindest denke immer erst darüber nach, wie ich mich in der Situation fühlen, wie ich handeln und denken würde. Da gehören Todesszenen auf jeden Fall dazu und das ist meiner Meinung nach auch der Grund, wieso jeder so eine Szene anders schreibt. Weil eben jeder eine andere Vorstellung hat, was während des Sterbens und danach passiert. Wenn man von der Todesursache einmal absieht, dann kann bei dem einen die Figur ins Dunkel gleiten, bei einem anderen ist das Bewusstsein noch vorhanden, aber es ist quasi als Geist gefangen, usw.
Jeder hat seine eigene, andere Vorstellung und beschreibt es demnach auch so.
Lg ;)
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Offline Miezekatzemaus

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Re: Unmögliches beschreiben
« Antwort #27 am: 15. April 2014, 23:28:19 »
Ich nicht. Ich habe beispielsweise gestern eine Kussszene geschrieben, und mich dabei zwar in meine Prota hineinversetzen können, aber nicht mit ihr fühlen. Vielleicht bin ich, was küssen angeht aber auch noch zu jung... *grübel* Und vielleicht war die Äußerung, dass Ravons Lippen wie Erdbeeren schmecken etwas zu klischeehaft... *noch mehr grübel*
Lg, Mieze :D

Offline Writing_Chrissi

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Re: Unmögliches beschreiben
« Antwort #28 am: 15. April 2014, 23:32:37 »
Zitat
und mich dabei zwar in meine Prota hineinversetzen können, aber nicht mit ihr fühlen
Mhm... Das mit dem Hineinversetzen meinte ich eigentlich auch :D Aber zum Hineinversetzen gehört doch immer auch "fühlen" dazu, oder? Sich in jemanden hineinzuversetzen heißt doch eigentlich "mit ihm fühlen" und wissen, wie es ihm gerade geht.
Jetzt bin ich verwirrt :D
Lg
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Offline Miezekatzemaus

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Re: Unmögliches beschreiben
« Antwort #29 am: 15. April 2014, 23:36:13 »
Ich wusste wie es ihr geht und ich wusste, was sie tat, und ich wusste, was ich schreiben musste. Ich wusste nur nicht, wie es sich anfühlt, weil ich noch nie heimlich um zwei in der Nacht einen Jungen geküsst habe. Geschweige denn überhaupt.
Lg, Mieze :D