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Autor Thema: Das Universum [~10'000 Jahre in der Zukunft]  (Gelesen 6892 mal)

Offline SkullCollector

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Das Universum [~10'000 Jahre in der Zukunft]
« am: 06. Januar 2013, 15:41:04 »
Meine Damen und Herren, liebe Kinder und Heranwachsende;

wie einige von euch bereits wissen, stellte ich Teile der Situation meines Universums bereits im Thema 'Krieg und Frieden' vor, doch befiel mich schon vor einigen Tagen die Lust, alles etwas ausführlicher vorzustellen. Beim Verfassen des verlinkten Posts ergriff mich die ein oder andere Idee und ich habe auch diesmal die Hoffnung, beim Gestalten des Beitrags in meinem Kopf etwas mehr Ordnung zu kriegen. An dieser Stelle möchte ich mich korrigieren: Im Post damals schrieb ich galaxienüberspannend. Dies ist mit Unterlichtgeschwindigkeit schier unmöglich und war nur ein Schreibfehler meinerseits.
Beginnen wir mit der allgemeinen geschichtlichen Situation des Universums, das gleich rechts dem unseren liegt, jedoch das exakte Spiegelbild von uns darstellt, sich allerdings etwa zehntausend Jahre in einer der möglichen Zukünfte befindet.

Das Universum
oder: Die Milchstraße in zehntausend Jahren

Monsterpost incoming.

Die Geschichtsstunde
Die Menschheit erfuhr drei große Expansionsphasen - die Diaspora, Phase Eins und Phase Zwei - stets einige Tausend Jahre auseinander. Die Große Diaspora, bei der etwa drei der neun Milliarden Menschen der Alten Erde in den Jahren 2093 bis 2100 nach der Entdeckung einer Technologie zur Ermöglichung interstellarer Flüge den Planeten verließen, war der Vorreiter der beiden Phasen, zu denen ich gleich komme. Bereits Jahrzehnte zuvor waren Drohnen entsandt worden, die den Mars und zwei Jupitermonde, Ganymed und Europa, rudimentär terraformen sollten. Sie veränderten nicht grundlegend die Umwelt und tauschten toxische Gase mit atembarer Luft aus, sondern warfen kilometergroße Kuppeln ab, die sie dann nach und nach im Inneren bebauten mit Landschaftselementen wie Bäumen und Hügelketten sowie einfachen Gebäuden für die bald eintreffenden Siedler. Auf Mars befanden sich zu Beginn drei dieser künstlichen Biosphären, auf den Monden jeweils eine.
So gewaltig diese Kuppeln auch sein mochten, sie waren nicht genug für die schiere Masse der auf ein neues Leben hoffenden Menschen. Auch wenn die Diaspora unter dem Vorwand stattfand, die Leute würden das Sonnensystem erkunden, kratzten mindestens zwei Drittel der Emigranten ihre letzten Ersparnisse zusammen und flohen vor Armut, Kriegen oder einfach, weil sie dachten, es könne nur besser werden.
Diese Siedlungsversuche - so erfolgreich sie auch waren - waren lediglich Tests für die neuen Triebwerke (das Technische erspare ich euch an dieser Stelle). Bald nach Eintreffen der Kolonieschiffe schickte die Erde die restlichen zwei Milliarden Menschen los in die nächstgelegenen Planetensysteme Alpha Centauri, Gliese 581, Gliese 876 und HD 69830. Bereits lange vor der Expansion wurden dort Planeten entdeckt, deren Daten mit neuen Techniken als tatsächlich erdähnlich bestätigt wurden. Auch einige Monde schienen vielversprechend.
Abgekürzt: Siedlungen waren erneut erfolgreich, alle ausgesandten Schiffe kolonialisierten ihr Ziel im vermuteten Zeitrahmen. Da sogar interstellarer Flug nicht überlichtschnell war (und auch noch nicht ist), vergingen zum Teil einige Jahrzehnte bis zum Eintreffen. Zunächst waren die Schiffe das Zuhause der Siedler, bis die mitgebrachten, nun weniger rudimentären Terraformer das nähere Umfeld lebensfähig machten.

Konstanter Rohstoff- und Technologiehandel fand zwischen den Kolonien und der Erde statt, Medien und Politik wurden auch zu den neuen Planeten gesandt. Als die Souveränitäten sich veränderten, konnte jede neue Nation wählen, zu welchem Verbund sie steht - Erklärung ansatzweise im nächsten Absatz, ansonsten weiter unten.

Achtung, großer Zeitsprung.

Phasen Eins und Zwei liefen ähnlich ab.
Das Jahr 4030 nach der alten Zeitrechnung (die neue wird weiter unten kurz erklärt) war das letzte Jahr der Erde, wie man sie kannte. Rohstoffknappheiten und politische Dispute trieben den Planeten in einen Krieg der beiden Hauptnationen CMR (Chinesische Monarchenrepublik - quasi ein getarnter Staatenverbund aller asiatischen Länder inklusive Russland und einiger Balkannationen; erklärt weiter unten) und VWN / UWN (Vereinigte Westliche Nationen - demokratische Militärgemeinschaften, eigentlich beide amerikanische Kontinente und große Teile der EU vereint; ebenfalls erklärt weiter unten).
Der Planet war in mehr als nur einer Hinsicht verbrannte Erde, nachdem die letzten Nuklear- und Antimateriewaffen den Boden getroffen hatten. Dieser Schlagabtausch, nach zwei Jahren klassischer Infanterie-Artillerie-Konflikte hauptsächlich im einstigen Europa, währte nur einige Tage, ehe beide Supermächte fast gleichzeitig die Nachricht der weißen Flagge aussendeten.
Glücklicherweise für eine weitere Milliarde Menschen verließen diese die Erde nur Wochen vor den ersten Anzeichen eines Krieges. Phase Eins war begonnen und alle etablierten Kolonien der Diaspora wiesen neue, wesentlich modernere und größere Kolonieschiffe an, neue Sonnensysteme der bald gegründeten Hegemonie der Menschheit einzuverleiben.
Mit der Expansion in unbekannte Gefilde der Milchstraße wuchs auch der Drang Einzelner, sich abzusetzen. Drei in Formation reisende Kolonieschiffe unter Hunderten änderten den Kurs und setzten sich ab in ein weit entferntes System, erreichbar erst in mehr als Tausend Jahren bei Höchstgeschwindigkeit. So begannen die Leute, die in meinem vorherigen Beitrag noch keinen Namen hatten. Beziehungsweise noch immer nicht. Ob, was und wann ich etwas über sie verrate, weiß ich noch nicht.

Zwischen den einzelnen Großexpansionen kolonialisierten Privatmenschen und einige staatlich geförderte Projekte neue Systeme, höhlten Asteroiden aus, terraformten Monde oder vernichteten lebensfeindliche Faktoren wie überschüssige Trabanten, um neue Planeten in bereits bevölkerten Systemen zu besiedeln.

Im Jahre 6033 fanden Forscher des Mondes Cottus 21 II. die Möglichkeit überlichtschnellen Transportes. Alle Energie der Hegemonie war nicht genug, Massen der Größenordnung von Schiffen damit zu bewegen, doch der Durchbruch barg das Unverhoffte: Beinahe momentane Informationsübertragung. Nachrichten, Befehle, Aktienkurse, Liebesbriefe, Bestellungen - plötzlich raste die virtuelle Welt wieder. Auch hier sei euch Technobabble erspart.
Nur ein Dreivierteljahrhundert später entwickelte eine dem vorherigen Forschungsteam folgende Gruppe Wissenschaftler diese Technologie weiter, um Personen (oder Massen von bis zu circa 200 Kilogramm) auf ultrakurzen Distanzen hin- und herzuschicken. Schiff-Schiff-Transport bot sich dafür natürlich sofort an und jede daraufhin gebaute Modellserie war ausgestattet mit Sendern und Empfängern speziell für diese Transportart. Auch ältere Schiffe, deren Dienstzeit noch lange entfernt lag, wurden aufgerüstet. Dass beide Wissenschaftsgruppen sich nie wieder finanzielle Sorgen machen mussten, liegt auf der Hand.

Die erste Künstliche Intelligenz, auch Maschinenintelligenz genannt, erblickte durch künstliche Wellensensoren das Licht der Welt mitten im Jahr 6622. Ihr Gehirn war so groß wie ein Gebäude und sie hatte weder Arme noch Beine, doch sie wurde zum Mittelpunkt aller Forschungsansätze. Alle staatlich geförderten Wissenschaftler hatten irgendwie Teil an der Verbesserung von EEKI (Erste Entwicklungsstufe Künstlicher Intelligenzen).
6697 öffneten sich die Lider des ersten selbstdenkenden und empfindenden Androiden. Integrierte Schranken verhinderten neuronale Verbindungen, die zu gegen die Regierung oder Menschen gerichtete Aggressionen führen könnten, sodass auch viele Jahrtausende später eine große Population von KIs durch die Straßen der Hegemonie zieht. Sie sind vollwertige Bürger des Staates, dürfen jedoch keine politischen Positionen anstreben.

Phase Zwei fand ihren Anfang im Jahre 7281 nach alter Zeitrechnung.
Die Hegemonie rief jeden Planeten im Verband auf, mindestens ein Schiff vorzubereiten, das dazu vorgesehen sein sollte, die Heimatgalaxis vom Nebel der Ungewissheit zu befreien. Tausende Kolonien entsandten Tausende von Schiffen in Systeme mit lebensfreundlichen Sternen der Spektralklasse G2, einige riskierten alles und setzten über in Systeme mit Blauen Riesen, Mehrfachsternen oder machten mitten im Transit Halt an einem für ihre Scanner vielversprechenden Stern oder Planeten. Insert technobabble here. Noch immer war nicht einmal ein Prozent der Galaxis erforscht.
Die zuvor erwähnten, vor drei Jahrtausenden in ihren drei Schiffen abgesetzten Siedler bekamen davon alles mit und beobachteten geduldig.

Das Jahr 7536 war das Jahr mit den ersten Angriffen.
In diesem Jahr bekam die Hegemonie das erste Mal Wind von den von nun an als Aussätzige oder Auswärtige bezeichneten Siedlern. Ein kleiner Kampfverband dieser überfiel den Randplaneten Neliya 6, ein einsamer Planet in einem einsamen Sonnensystem, das heute als Grenze zwischen dem Territorium des Feindes der Hegemonie und dem Hoheitsgebiet der Menschen vermutet wird. Seitdem fanden immer mehr Attacken auf einzelne Siedlungen statt, häufig nur Plünderungen, selten Ausrottungen, allerdings gab es immer genug Opfer und Sachschäden, dass die Wirtschaft einbrach. Unterstützung durch die Streitkräfte der Hegemonie traf meistens zu verspätet ein.

[Lücke zu füllen]

Großer Zeitsprung:
Jahr 11135: Die Menschheit steht an der Türschwelle zum Übergang zur Zivilisationsstufe II der Kardaschow-Skala, auch wenn bereits einige heute hypothetische Mittel einer solchen Zivilisation zur Verfügung stehen.

So viel zu den wichtigen Ereignissen der Zeitleiste. Ich weiß, es ist eine Menge und es wird noch mehr, doch wie sonst will man ein Universum beschreiben? Es fehlt bereits eine horrende Masse.

Die meisten meiner Geschichten spielen im 12. Jahrtausend, eine im 11. Aye, alle meine Science-Fiction-Werke spielen im selben Universum - ich fand es einfach zu schade, all die Planungen hinzuwerfen, als ich das erste fertig hatte. ...Aufgab...

Politik und all das Zeug
Zuerst möchte ich euch die neue Zeitrechnung vorstellen:
Beispiel: 21. August 1135-10 (gesprochen: Elf-Fünfunddreißig-Zehn)
Das Konzept der Monate und Tage blieb vorhanden, die Uhren und Kalender laufen alle ab einem einheitlichen Zeitpunkt, nämlich dem Verlassen des ersten Schiffes der Ersten Phase von der Erde. Die Zahl danach beschreibt das Jahr im Jahrzehntausend, hier dem zehnten.

An dieser Stelle, bevor ich euch die Mächte näherbringe, schiebe ich etwas über außerirdisches Leben ein.
Jegliche Organismen, die sich auf den bekannten Planeten entwickeln konnten, starben mit dem Verändern der Atmosphäre oder dem Einbringen von Krankheitserregern von der Erde oder vorher besiedelten Planeten. Intelligentes Leben ist nach wie vor unentdeckt, doch ist sich die Menschheit wie schon seit Anbeginn des Denkens an das Weltall sicher, dass es welches geben muss.

Folgend die beiden Supermächte, die nach der annähernden Vernichtung der Erde weiterbestehen:

Die CMR - Chinesische Monarchenrepublik - Chinese Monarchy Republic – 中国君主制共和国
In diesem festen Staatenverbund herrscht eine getarnte Monarchie (ja, sehr getarnt, wenn es im Namen steht, heh). Die einzelnen unsouveränen Staaten geben eigentlich unnütze Stimmen für einen Präsidenten ab, der eigentlich ein Diktator ist, welcher, sobald "gewählt", alle Macht des Reiches innehat. Auf der Erde bestand die CMR aus ganz Asien, Teilen des Balkans sowie Russland und hatte sich mit Australien, dem einzigen noch unabhängigen Staat der Alten Erde, verbündet.
Im interstellaren Raum umfasst das Reich der CMR fünfzehn Sternensysteme mit insgesamt siebzig Welten, es besteht keinerlei Bündnis mit der Hegemonie. Amtssprache ist Chinesisch, in einigen Teilen wird noch offiziell Russisch gelehrt.

[Allzu viele Gedanken habe ich mir zu dieser Macht noch nicht gemacht, da ihre Hauptrolle auf der Erde war und die Hegemonie kaum etwas von ihr will, also irrelevant für die Geschichten ist. Diese Sätze dienen als Platzhalter.]

Die VWN / UWN - Vereinigte Westliche Nationen - United Western Nations –
Dieser Zusammenschluss aus Nationen ist eine parlamentarische Republik. Das Militär regiert sich fast eigenständig, ohne auf die zivile Führung hören zu müssen, es jedoch fast immer tut. Das Militär ist daher quasi ein Staat im Staat, jedoch nicht souverän und abhängig von den Finanzen der zivilen Regierung. Fragt den Mr. President, warum er das zuließ.
Als Vorantreiber der Gründung galten die ehemalige USA sowie EU, als das Aufkommen einer asiatischen Supermacht abzusehen war. Auf der Alten Erde befanden sich mit wenigen internen Ausnahmen beide amerikanische Kontinente sowie der westliche Teil Europas im Bund.
In der Galaxis umfasst das Reich der VWN siebzehn Sternensysteme mit insgesamt einundneunzig Welten, wobei die Regierung ein wackeliges Bündnis mit der Hegemonie aufrechterhält. Amtssprache ist Englisch, allerdings herrscht Sprachenfreiheit auf allen Planeten.
Seit neuntausend Jahren wird diskutiert, ob der Name der VWN nicht in VSN geändert werden sollte, da Vereinigte Stellare Nationen passender wäre im kosmischen Hinblick.

[Allzu viele Gedanken habe ich mir zu dieser Macht noch nicht gemacht, da ihre Hauptrolle auf der Erde war und die Hegemonie kaum etwas von ihr will, also irrelevant für die Geschichten ist. Diese Sätze dienen als Platzhalter.]

Die Hegemonie der Menschheit
Zu Beginn von Phase Eins stellte sich heraus, dass einige Menschen den beiden Supermächten nicht mehr trauten. Es gab interne Konflikte, woraufhin die Regierung der VWN sich aufspaltete. Lobbyisten, Opportunisten, Liberale und einige hochrangige militärische Köpfe bildeten einen unabhängigen Mikrostaat in der Nähe der ehemaligen Weltstadt London, die aufgrund der fast unmittelbaren Nähe zu bewaffneten Konflikten in Europa aufgegeben werden musste. Eine ähnliche Situation wiederholte sich etwas später innerhalb der CMR. Die beiden Gruppen wuchsen und erfuhren nur wenige Jahrzehnte vor dem Ausbruch des alles vernichtenden Krieges voneinander. Zusammen mit einer signifikanten Anzahl australischer Politiker und der fast vollständigen Unterstützung des Militärs der Nation schlossen sie eine Allianz mit Sitz in London. Im All trafen ihre Ideologien und Grundsätze noch mehr auf Anklang, woraufhin ein Großteil der freien Welten sich ihnen verschrieb, was zu Aufruhen auf den den Supermächten politisch fest zugehörigen Planeten führte.
Den Aufruhren folgten unblutige Aufstände, ehe die Führungsebenen von fast neunzig Prozent der Kolonien zurücktraten. Die Liberale Gruppe Londons, wie sich die Hegemonie vor ihrem Aufschwung nannte, verließ die Erde, änderte ihren Namen und erfuhr bald darauf vom Untergang ihrer Heimat.
Doch die Hegemonie begann zu blühen.

Wie auch ein Spinnennetz hat dieses viele Hundert Sterne umfassende Reich einen dicht gewobenen Kern aus besonders sicheren und ausgebildeten Systemen, aber genauso auch weite Ausläufer mit Zwischenräumen, die immer größer werden, je weiter man sich vom Machtzentrum der Regierung entfernt. Mit den Zwischenräumen wächst auch das Spiel, das den nicht ganz freundlich gesinnten Parteien zur Verfügung steht. Grob gesagt haben die Bewohner der inneren Sektoren mehr Sicherheit und Wohlstand als diejenigen Siedler, die in den Randgebieten um ihr Leben kämpfen müssen.
Das eigentlich als Hegemon bezeichnete Staatsoberhaupt nennt sich hier ganz klassisch Präsident und ist Kopf einer präsidialen Republik mit den USA als Vorbild. Damit ist er für quasi alle Angelegenheiten der Exekutive zuständig, darf seine Nase aber als Semi-Veto (eine Mehrheit von anwesenden Vorsitzenden, Ministern, Senatoren oder sogar, was Militärisches anbelangt, des Generalstabs und der Admiralität kann ihn "zurücküberstimmen") in fast alles stecken. Ein Vize-Präsident wird lediglich aus dem Senat erhoben, wenn der Präsident aus irgendwelchen Gründen ausfällt.

Die Hegemonie ist weitestgehend gutartig und ihre Gesetze sind strikt, jedoch nicht unfair. Gegenüber anderer Nationen wie den VWN oder der CMR ist sie freundlich, jedoch hat sie stets ein misstrauisches Auge auf sie gerichtet, was angesichts der Vergangenheit auf der Erde kein Wunder ist. Ihr Fokus in Sachen Fortschritt liegt auf dem Sammeln von Wissen generell, dem Entschlüsseln des Universums und dem Erweitern ihrer technischen Möglichkeiten. Industrie, Expansion sowie Ressourcenabbau sind Teil ihrer Handlungen, jedoch weiter in den Hintergrund gerückt, solange etwas nicht plötzlich knapp wird. Offensichtlich ist ihre militärische Hauptstreitkraft die Marine, setzt aber ebenso einen großen Teil des Budgets auf feste Verteidigung.

Militärische Organisation der Hegemonie
Mit der Marine, offiziell marine Eingreifkraft für raumübergreifende Konflikte, häufig nur MEK, wird der Großteil der Schlachten der Hegemonie geschlagen. Die Dienstgrade und Strukturen ähneln, dank genauer Studien der alten Erde, denen der US Navy. Das Oberhaupt der MEK wird demokratisch gewählt von den sechs Admirälen mit der längsten Dienstzeit und befindet sich nur fünf Standardjahre an der Spitze. Sein Dienstgrad trägt die Bezeichnung des  Admiralministers der marinen Eingreifkraft für raumübergreifende Konflikte, wird allerdings meistens nur als Oberkommandierender oder AdMEK bezeichnet.

Kampfverbände sind vorstellbar wie die der heutigen Marine, jedoch erlebten Schlachtschiffe ein Wiedersehen. Beachtet bitte, dass ich hierauf nicht allzu sehr eingehen möchte, da es mir erstens unangebracht für das Forum vorkäme und die Schiffe, obwohl in meinem Kopf sehr detailliert ausgebaut, selten Hauptaugenmerk der Geschichten sind.

Schlachtschiffe: Diese Kolosse erstrecken sich von siebenhundert bis fünftausend Metern Länge und sind selbstverständlich bewaffnet bis an die Zähne (hätten sie welche). Große Raumtorpedobatterien befinden sich am Bug, der Aufbau der Hauptgeschütze ist wie bei den Schlachtschiffen des 20. Jahrhunderts, allerdings an der Unterseite wiederholt. Häufig befinden sich ein bis fünf Batterien von Massebeschleunigern beziehungsweise Plasmageschützen in einer Reihe vor und hinter dem Zentrum, kleinere Bewaffnungsgattungen finden sich verteilt überall an der Hülle.
Allein mit dem Auflisten dieser groben Details sollte die Rolle dieser Schiffsklasse klar sein: Vernichtung.
In Verbänden ohne Träger ist häufig ein solches Monstrum das Flaggschiff.

Trägerschiffe: Wie heutige Flugzeugträger beherbergen auch diese Metallungeheuer von eintausend bis dreizehntausend Metern Länge des größten Vertreters Staffeln aller Arten von kleineren Raumschiffen, meistens Abfangjäger und Bomber. Auch Unterstützungs- und Bergungseinheiten haben Platz in den riesigen Hangars dieser Schiffsklasse, während auf der äußerst ausgebauten Brücke und im umgebenden Sektor kommunikative, administrative, taktische, strategische, sogar politische Dinge ver- und bearbeitet werden können. Aufgrund dieser Vielseitigkeit werden diese Schiffe in Verbänden fast ausschließlich Flaggschiffe und leiten allerlei Operationen wie Evakuierungen und Bergungen, Angriffe sowie Verteidigungen und feierliche Paraden.

Zu all diesen in einiger Zeit mehr:
[Kreuzer]
[Zerstörer]
[Fregatten]
[Defensivsatelliten]

Die Gesamtstärke der Armada beträgt etwa 17.000 Einheiten exklusive stationiärer Satelliten, viele davon allerdings nur Kreuzer und kleinere Varianten.

Im Gegensatz zur MEK, die eine eigene Teilstreitkraft bildet, wurden Heer und Luftwaffe hier zusammengelegt und haben in sich noch viele weitere Unterkategorien.
Die Truppen und Geräte hier werden von Trägerschiffen der MEK befördert und sind daher von ihr abhängig. Da die meisten Kämpfe bei mir Raumkämpfe sind, habe ich mich gedanklich noch nicht allzu sehr mit den planetaren Truppen beschäftigt.

-----

Entschuldigt noch einmal die gewaltige Masse des Beitrags. Ein Universum, auch nur eine einzelne Galaxie, ist unermesslich groß und mein Kopf voller Details.
Ich hoffe, ich habe euch genug Stoff für Fragen geben können und war nicht zu kompliziert - falls doch, habt ihr noch mehr zu hinterfragen! Nur zu. :)
Es gibt sicherlich genug Löcher, die ich stopfen werden muss und mir ist bewusst, dass viele sich nicht allzu bald die Mühe machen werden, diesen Klumpen nach Informationen zu durchforsten. Auf Wunsch versuche ich einiges in der Geschichte zu kürzen, falls es einfach zu lang ist.

Bitte beachtet, dass ich bei weitem noch nicht fertig bin. Eckige Klammern werden ersetzt, zusätzliche Abschnitte hinzugefügt.

Cheers
SkullCollector


Changelog:
07. Januar 2013: Überlichtgeschwindigkeit, künstliche Intelligenzen, außerirdisches Leben, Kampfverbände der MEK
07. Januar 2013 + 3 Stunden: Zeitsprünge gekürzt, Geschichtsverlauf plausibler gemacht

26. Februar 2013: Geschichte der Hegemonie ausgeführt, Struktur minimal verändert
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Offline KaZuko

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Re: Das Universum [~90'000 Jahre in der Zukunft]
« Antwort #1 am: 06. Januar 2013, 16:21:19 »
Guten Tag, Skull.

(Man beachte: Ich begebe mich nicht oft auf das Gebiet der Sci-Fi.)

Ich verneige mich.
Die gewaltige Masse an Worten ist eine wunderbare gewaltige Masse. Ich muss sagen, ich bin beeindruckt von der Fülle an Informationen, die einander schlüssig folgen und ein klares geschichtliches sowie politisches Bild von Anfang bis zum aktuellen Zeitpunkt deines Universums geben. Mir gefällt beispielsweise sehr, wie sich die Politik auf der Erde gegen Ende hin veränderte: Dass die westlichen Statten eine Nation bildeten und sich die 'Asiaten' zusammenschlossen und nun gegeneinander spielen. Dieser angebrochene Konflikt, der mehr denn je einen Weltkrieg vorhersagt, ist absoluter Grund, in die unenldichen Weiten zu expandieren und diese Spannungen, die durch den geringen Platz auf der Erde kaum gelockert werden kann, zu lösen.
Die Spinnennetzform der Hegemonie ist nicht neu, aber der Vergleich ist schön. Dass die Siedler, die nicht denselben Wohlstand genießen wie die gegen Mitte der Hegemonie, plötzlich handgreiflich werden, überraschte mich zwar im ersten Moment, aber durch den Grund der Unzufriedenheit ist auch das nach einer Überlegung logisch. Da fragt sich nur, womit sie sich bewaffnen, um so viel Schaden anzurichten, wenn sie nicht über diesen Wohlstand verfügen ...
Dass das Militär sich eigenständig bewegen und dementsprechend agieren kann, ist eine - meines Erachtens nach - gelungene Facette. Dadurch, dass es praktisch vollkommene Freiheit in den Entscheidungen besitzt, sind sie eine überaus machtvolle Truppe, die jedem Widerstand das Fürchten lehren sollte - und nicht nur den Widerstand. Ich kann mir vorstellen, dass auch die Regierung einigen Respekt gegenüber der bewaffneten Nation in ihren eigenen Armen hegt und es sich zweimal überlegt, bevor sie gegen das Militär den Hammer schlägt.

Ich mag ziemlich sehr, was ich las und ich bin mehr als gewillt, auf mehr zu warten. - Nicht nur Theoretisches, was mich normalerweise eher zweitrangig interessiert, hier jedoch meine Aufmerksamkeit weckte, sondern auch handlungsmäßig.

Allerdings habe ich noch eine Frage:
Wieso dauert es ganze zwanzigtausend Jahre, bis die zweite Phase eintritt? Dass die Menschen vor der ersten Phase noch so lange auf der Erde bleiben - zumindest teilweise - finde ich verständlich, aber wieso wird mit der Expansion in unbekannte Gebiete so lange gewartet? Die Technik, die sich schon heute mit ungeheurer Geschwindigkeit entwickelt, müsste sich zu dieser Zeit ja täglich um für uns ungeahnt große Sprünge verbessern. Da verstehe ich nicht ganz, warum Phase Zwei erst um 43000 eintritt.

Grüße und ein liebevolles Servi
Kazu~
Und meine Seele spannte ihre Flügel aus. -  Joseph von Eichendorff

Flemming

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Re: Das Universum [~90'000 Jahre in der Zukunft]
« Antwort #2 am: 06. Januar 2013, 17:04:39 »
Zitat
Guten Tag, Skull.
Cute c:

Ich schließe mich meiner mir kaum bekannten Vorposterin an, würde ich etwas zum Thema Sci-Fi sagen wollen, würde es ungefähr diesen Eindruck machen:

Dennoch erlaube ich mir die Frechheit, diese (wunderschöne) wall of text zu kommentieren (Meister, huh, Kazu?)

Kaum Logiklücken, was ich sehr beeindruckend finde, deswegen habe ich nur eine kleine Frage:
Zitat
Seitdem fanden immer mehr Attacken auf einzelne Siedlungen statt, häufig nur Plünderungen, selten Ausrottungen, allerdings gab es immer genug Opfer und Sachschäden, dass die Wirtschaft einbrach. Unterstützung durch die Streitkräfte der Hegemonie traf meistens zu verspätet ein.
Hinterherfliegen ist nicht, weil:
  • Bereits zu weit weg/Eindringen in "feindliches" Gebiet nicht ratsam
  • Hegemonie cared nicht wirklich für diese Siedlungen, weil nicht im Zentrum
Ich weiß ja nicht, inwiefern diese abgesetzte Gruppe inzwischen mächtig geworden ist, aber ich könnte mir folgendes Szenario vorstellen: Hegemonie könnte theoretisch mit einem Vernichtungsschlag die Aussätzigen zerstören, tut dies aber nicht, weil sie (durch nicht vorhandene Bedrohung) keinen Grund sieht. Amirite?

Ansonsten finde ich deine Arbeit impressive.
Hauptsächlich wohl, weil ich überhaupt nur die Hälfte dessen verstanden habe, was ich eben las. Sci-Fi, sowie Wissenschaft an sich sind mir (wie du weißt) eigentlich Todfeinde, doch kann ich mir deine Ausführungen bildlich vorstellen. Wie von Kazu bereits angesprochen gefällt mir dein Spinnennetzvergleich. Ich habe ein klares Bild dieses Sternenverbandes im Kopf und es gustat. Es gustat indeed.
Und ich bin mir sicher, dass sich Sci-Fi-Fans sowohl an näheren technischen Ausführungen, sowie an den Geschichten an sich erfreuen könnten. So leid es mir tut, ich bin keiner davon. Doch ich zweifle nicht an deinem Talent dazu, dein aufgestelltes Universum lebendig zu machen.
Aus mir spricht der pure Neid - ich, der es bis jetzt nicht mal geschafft hat eine Welt zu erschaffen, geschweigedenn sie zu bevölkern.

Zitat
Hauptnationen CMR (Chinesische Monarchenrepublik [Chinese Monarchy Republic] - quasi ein getarnter Staatenverbund aller asiatischen Länder inklusive Russland und einiger Balkannationen; erklärt weiter unten) und VWN / UWN (Vereinigte Westliche Nationen [United Western Nations] - demokratische Militärgemeinschaften, eigentlich beide amerikanische Kontinente und große Teile der EU vereint
Gefällt mir hauptsächlich, weil sich unsere beiden Ansätze in diesem Punkt so ähneln c:
Brofist

Noch ein Punkt, welcher mir gerade bei deiner Zeitrechnung aufgefallen ist.
Gibt es im weiten Universum noch Zeitzonen, oder wie wird das geregelt? (Wahrscheinlich most obvious answer ever)

Ich looke forward zu weiteren Informationen über diesen gewaltigen Ideenkomplex
Mucho love
<3 Bro

Offline SkullCollector

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Re: Das Universum [~90'000 Jahre in der Zukunft]
« Antwort #3 am: 06. Januar 2013, 17:25:20 »
Yo.

Danke an euch beide für das Lob. Mir gefällt, wie ihr subtil versucht, die Komplimente des anderen zu torpedieren.

Kazu: Du hast mich falsch verstanden. Die Randwelten sind noch Teil der Hegemonie und friedfertig, jedenfalls gegenüber der Regierung. Die Aggressoren sind die, die sich mit den paar Schiffen verabschiedeten und an das Gesäß der Galaxis reisten, um dort eigenständig zu werden.
Das Militär hat nur in den VWN diese Position, nicht in der Hegemonie, auf der der Fokus der Geschichten liegt. Hoffentlich hast du da nichts versehentlich übertragen.

Die Menschen warteten so lange mit der nächsten Expansion, da ihnen die Planeten genügten, die Rohstoffe reichlich waren und es für sie keinerlei Gründe gab ihre Heimat zu verlassen. Erst später, mit der Gründung und Etablierung der Hegemonie, wuchs der Hunger nach Expansion.

Flembro: Wie du Monty Python verwendest.
Beide Punkte treffen zu, der letzte rückt allerdings etwas in den Hintergrund, du liegst aber ziemlich daneben mit deiner Vermutung, die Hegemonie könne alles.
Tatsächlich sind die Aussätzigen (ich brauche unbedingt einen Namen für sie, ansonsten klaue ich von Dan Simmons) wesentlich mächtiger, nur weiß die Hegemonie das noch nicht. Wie im anderen Post schon erwähnt - und hier bald näher erläutert - ist diese unbekannte Zivilisation technisch fortgeschrittener und größer als alles im Kreise des Spinnennetzes. Ein militärischer Schlag wäre weniger ratsam, jedenfalls wäre ein direkter Sieg ausgeschlossen. Aber das wird Teil der Geschichten und ich hasse Spoiler.

Dein Zeitzonen-Ding ist sehr obvious, aber ich vergebe dir.
Jeder Planet hat selbstverständlich seine eigene lokale Zeit, doch ist quasi neben jeder Lokaluhr noch eine Standardzeit-Uhr, die die absolute Zeit der Hegemonie angibt.

Erneut vielen, gewaltigen, herzlichen, monströsen Dank für euer Lob.

-----

Übrigens: Immer, wenn ich etwas hinzufüge, gebe ich die Zeit des Editierens an, damit keine Verwirrung aufkommt. Ansonsten mag jemand denken, eine in den Kommentaren gestellte Frage war schon im Eröffnungsbeitrag beantwortet.

Cheers
Skull
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Offline Thiod

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Re: Das Universum [~90'000 Jahre in der Zukunft]
« Antwort #4 am: 06. Januar 2013, 20:35:16 »
Hallo Skull!

Ich finde es tapfer, dass du so einen langen Eintrag eingestellt hast - und überhaupt nicht schlimm!
Dein Universum wirkt schlüssig. Auch ich finde allerdings die großen Zeitabstände etwas stark. Einfach schon, weil ich kaum glaube, dass man sich vorstellen kann, wie Menschen in 40.000 Jahren ticken werden (und man überlege sich wie lange die letzten 40.000 Jahre gedauert haben).
Eine andere Frage, die ich habe ist, wie die Verschiedenen Planeten es schaffen kulturell und politisch Kontakt zu halten, wenn nach wie vor keine Geschwindigkeit über c möglich ist. Selbst, wenn sie nur im Fernsehen Nachrichten bringen, brauchen die über Funk doch auch Jahrzehnte und weit mehr, um sich durch die Galaxis zu verbreiten.
Und was hat die Auswertigen/Aussätzigen/Abseitigen/Outsider, wie sie noch hießen, zu ihrer Feindseligkeit veranlasst? Wenn sie größer und stärker sind, welches Interesse haben sie an der Hegemonie? Rohstoffe? Machtgier? Langeweile?
Und wie sieht es mit außerirdischen Lebensformen aus? Gibt es auf keinem Planeten irgendwelche hässlichen Flubberwürmer, hoch tödliche Keime oder inteligente Sümpfe oder so?

Viele Grüße,
Thiod.
Wissen ist Macht - Phantasie ist Freiheit

Offline SkullCollector

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Re: Das Universum [~90'000 Jahre in der Zukunft]
« Antwort #5 am: 06. Januar 2013, 22:59:57 »
Hey Thiod.

Danke für dein Interesse!
Als ich deinen Beitrag las, musste ich kurz lachen - bitte nicht falsch verstehen. Viele der Punkte, die du aufführst, wollte ich morgen in meinen Post reineditieren.

Ich persönlich finde es recht einfach zu erraten, wie Menschen ticken werden: Genau wie heute. Abgesehen vom intellektuellen Stand haben wir uns seit der Entstehung des modernen Menschen kaum verändert, und das ist nun immerhin 200'000 Jahre her. Macht, Naivität, Kriegssuchen, Konkurrenzverhalten und Expansionsdrang zeichnen uns eigentlich seit jeher. Ja, sehr pessimistisch, aber leider verhalten sich viele eher ihren schlechten Angewohnheiten entsprechend. Der Sinn für Kunst, für Musik, Einfühlsamkeit, Verständnis von Emotionen, Romantik, technologischer Fortschritt - auch das sind Eigenschaften, die man keinesfalls vergessen darf. Deswegen bin ich mir relativ sicher, dass die Menschen im 90. Jahrtausend uns mehr gleichen als wir ahnen.

Was die Zeitsprünge betrifft, nahm ich mir bereits vor, die Geschichte noch ausführlicher zu machen, da auch mir die Abstände Kopfzerbrechen bereiten.

Zur Informationsübertragung und Aggressivität sowie Aliens: Hier musst du dich leider etwas gedulden. Morgen erkläre ich es ausführlicher.

Cheers
Skull

Edit um 1.00 Uhr: Post modifiziert und geänderte Stellen markiert. Mir fiel kein besserer Weg ein das deutlich zu machen, entschuldigt bitte.
Edit um 4.30 Uhr: Zeiten geändert. Die Sprünge sind nun wesentlich weniger krass.
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Offline KaZuko

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Re: Das Universum [~10'000 Jahre in der Zukunft]
« Antwort #6 am: 24. Februar 2013, 20:45:31 »
Yo, Skull.

Erst einmal: Gewaltige Leistung. Schon beim ersten Mal hat mich dieser Ideenreichtum umgehauen, aber nach den ganzen Edits ... bwah! So ein wundervolles Universum (zumindest ein Teil davon) und du schreibst an keiner Geschichte? Das ist schlichtweg Verschwendung von Geniestreichen! Junge, mach doch mal was!

*mich räusper* Wie dem auch sei. Habe Fragen und Anmerkungen gefunden, wenn auch nicht in Fülle (bist ein toller Erklärer).



Zitat
Glücklicherweise für eine weitere Milliarde Menschen verließen diese die Erde nur Wochen vor den ersten Anzeichen eines Krieges.
Wer verließ die Erde - die Milliarde Menschen oder die Supermächte?

Zitat
höhlten Asteroiden aus
Haben sie dann in den Asteroiden gelebt, oder wie darf man sich das vorstellen?

Zitat
Beinahe momentane Informationsübertragung. Nachrichten, Befehle, Aktienkurse, Liebesbriefe, Bestellungen
Süß. Zwar keine Frage, aber: süß.

Zitat
Kardaschow-Skala
Ist es peinlich, wenn ich nicht weiß, was das ist?

Du hast da in deinem Post noch ziemlich viele ungefüllte Eck-Klammern. Und am 07.01. sagtest du, dass 'in den nächsten Tagen' editiert werden würde. Ist nicht passiert. Läuft da noch was? Ich möchte dich ja nicht hetzen, allerdings würde es mich schon reizen, mehr über deine Schiffchen zu lesen (höhö).
Außerdem: Was bietet dein Universum für Antagonisten? Dir schwebt doch mit Sicherheit schon die Handlung für eine Geschichte vor, ob sie nun kurz oder langwiedriger wird. Da frage ich mich, womit die Protagonisten zu kämpfen haben. Magst du da ein paar wenige/viele Stichpunkte geben?
Da fällt mir ein: Haben deine Charaktere nun eigentlich Namen? :) Du weißt ja - ich schwärme für Namen. Mit dem Konsul konnte ich mich zwar mittlerweile anfreunden, dennoch sind mir die Namen der Personen recht wichtig. Also?


Nochmals: Du hast Geniales geleistet - jetzt benutze es bitte auch! Wenn du schon Schwierigkeiten mit dem High-Fantasy hast, weil das nicht ganz dein Gebiet ist, dann wechsel zu SF, um wieder richtig schreiben zu können. Mir liegt es nämlich fern, dass du trotz solcher tollen Ideen damit aufhörst. Punkt, Ende!

Servi
Dein(e) Kazu~
Und meine Seele spannte ihre Flügel aus. -  Joseph von Eichendorff

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Re: Das Universum [~10'000 Jahre in der Zukunft]
« Antwort #7 am: 25. Februar 2013, 17:54:18 »
Yo, Skull.
Yo, Kazu.

Erst einmal: Gewaltige Leistung. Schon beim ersten Mal hat mich dieser Ideenreichtum umgehauen, aber nach den ganzen Edits ... bwah! So ein wundervolles Universum (zumindest ein Teil davon) und du schreibst an keiner Geschichte? Das ist schlichtweg Verschwendung von Geniestreichen! Junge, mach doch mal was!
Herzlichsten Dank, eine schätzende Verbeugung sei dir sicher. Doch, nun, ja. Okay. Ich fange baldmöglichst an~

Wer verließ die Erde - die Milliarde Menschen oder die Supermächte?
Die Milliarde Menschen und mit ihnen die Ideologien der Supermächte. Sie gründeten damit eigene Kolonien und wer wollte, schloss sich der jungen Hegemonie an.

Haben sie dann in den Asteroiden gelebt, oder wie darf man sich das vorstellen?
Ja, ganz genau. Das Aushöhlen der Asteroiden ist wesentlich billiger als das Bauen einer modernen Raumstation, die erst noch in einen stabilen Orbit gebracht werden muss - natürliche Gesteinsbrocken gibt es zuhauf und folgen bereits einer festen Ellipse. Sie dienen auch als getarnte Außenposten oder Forschungsstationen.

Süß. Zwar keine Frage, aber: süß.
Du auch.

Ist es peinlich, wenn ich nicht weiß, was das ist?
Absolut nicht, ich erkläre es immer wieder gerne.
Die Kardaschow-Skala ist ein System zum Berechnen von Zivilisationen und ihren Möglichkeiten ausgehend von ihrem Energieverbrauch. Sie ist benannt nach dem russischen Wissenschaftler Nikolai Kardaschow, der sie auch erfand. Seitdem hat sich allerdings einiges an den Klassifizierungen geändert.
Ursprünglich umfasste sie drei Stufen: Typ I, Typ II und Typ III.
Typ I kann die Energie eines gesamten Planeten für sich nutzen (die Menschheit steht momentan vor dem Übergang hierzu, noch sind wir irgendwas mit 0,77), Typ II ist fähig einen Stern und das gesamte Planetensystem zu bezwingen (derartige Zivilisationen sind theoretisch schon unzerstörbar, da sie jeglichen Naturkatastrophen einfach ausweichen oder ihnen entgegenwirken können) und Typ III kann die Energieressourcen einer Galaxie sich zu Nutzen machen. Dementsprechend sind auch die Möglichkeiten wie beispielsweise interstellarer Flug, Wissenschaften jenseits unseres Verständnisses, et cetera.
Es gibt des Weiteren noch zwei darüberstehende hypothetische Typen, nämlich IV und V. Eine Zivilisation des Typs IV kann das ganze Universum beeinflussen und zwischen Galaxien reisen, Typ V befähigt zu Tätigkeiten weit über dem bekannten Raum-Zeit-Kontinuum hinaus, hingehend zu Multiversen und höheren Ebenen der Existenz.
Jeder Typ ist in sich selbst noch weiter unterteilt, aber das reicht bis hierhin, denke ich.
Mehr Informationen? Ich mag das Thema~

Läuft da noch was?
Ehrlicherweise nicht viel, aber ich habe mir vorgenommen, mich wieder daran zu schaffen zu machen. Dein Post erweist sich als Ansporn, also auch ein Dank dafür.

Außerdem: Was bietet dein Universum für Antagonisten? Dir schwebt doch mit Sicherheit schon die Handlung für eine Geschichte vor, ob sie nun kurz oder langwiedriger wird. Da frage ich mich, womit die Protagonisten zu kämpfen haben. Magst du da ein paar wenige/viele Stichpunkte geben?
Also an sich bietet das Universum alles, was man sich vorstellen kann. Eine Geschichte kann mit dem Militär zu tun haben, aus der Sicht eines Schiffskapitäns oder einfachen Soldaten geschildert, wobei der Kampf mit den unbekannten Mächten oder banale Bürgerkriege im Vordergrund stehen können. Außerdem Schmuggelaktionen (Vance und der Milchkomplott!), die sich auf einen winzigen Teil der Galaxis beziehen oder schlicht Familiendramen in den Außenbezirken, die mit den gerade genannten Bürgerkriegen zu kämpfen haben oder Alltägliches überwinden müssen. Die Möglichkeiten sind mannigfaltig, wie du siehst.

Da fällt mir ein: Haben deine Charaktere nun eigentlich Namen? :) Du weißt ja - ich schwärme für Namen. Mit dem Konsul konnte ich mich zwar mittlerweile anfreunden, dennoch sind mir die Namen der Personen recht wichtig. Also?
Vance kennst du, Christian Hammer auch. Ansonsten fallen mir gerade Ethan Greaves und Josh Doryast ein.
Also ja, Namen gibt es. Über ein paar der dreiundachtzig Milliarden Menschen lässt sich immer schreiben.

Nochmals: Du hast Geniales geleistet - jetzt benutze es bitte auch! Wenn du schon Schwierigkeiten mit dem High-Fantasy hast, weil das nicht ganz dein Gebiet ist, dann wechsel zu SF, um wieder richtig schreiben zu können. Mir liegt es nämlich fern, dass du trotz solcher tollen Ideen damit aufhörst. Punkt, Ende!
Nochmals: Herzlichsten Dank - werde ich!
So konsequent, wie du bist, bleibt mir ja nichts anderes übrig. D:

Cheers
Skull

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Re: Das Universum [~10'000 Jahre in der Zukunft]
« Antwort #8 am: 17. September 2016, 19:22:35 »
Sei gegrüßt! *jeeej Science Fiction  :P
Nach nun mehr als drei Jahren möchte ich meinen Senf dazu geben: Es ist klasse. Ich habe schon viele Universen (in meinem Kopf) kommen und gehen sehen und keines war auch nur ansatzweise so gut wie deines. Also ich bin echt beeindruckt.
Einige Ideen scheinen immer wieder zu kommen, zum Beispiel das Aushöhlen der Asteroiden. Wie machen die Menschen in deiner Welt das? Gibt es dort heimische Lebewesen?
Ich habe mal gelesen (ich weiß leider nicht mehr wo!), dass Lebewesen des Typ V das uns bekannte Universum sind. Diese Denkansätze beruhen darauf, dass sich die Strukturen deswegen wiederholen, als dass wir (also unser bekanntes Universum) nur eine Gehirnzelle eines gigantischen Lebewesens sind. Andersherum könnten in unseren Gehirnzellen sich auch wieder ganze Universen befinden...
Was ist mit den Schiffen? Magst du sie noch ausführen (solltest du je Zeit dafür haben :'D)? Welche Waffen verwenden sie?
Wie sieht es mit der Lebenserwartung/Medizin aus? Ist sie größtenteils so geblieben wie heute/ in der näheren Zukunft oder ist sie extrem fortschrittlich?
Das waren erstmal meine spontanen Fragen (warum habe ich diesen Thread nicht früher entdeckt?    :o )
Beste Grüße ~
Lady
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Re: Das Universum [~10'000 Jahre in der Zukunft]
« Antwort #9 am: 07. Oktober 2016, 14:22:38 »
Was sehe ich hier? Zuerst ein Haufen privater Nachrichten und nun auch noch eine Antwort auf mein Thema! Will das Universum mich wieder aktiv in der Phantastatur sehen? (Wobei 'aktiv' hier vollkommen willkürlich gewählt ist und nicht die tatsächliche Anzahl meiner Besuche widerspiegelt.)

Ich sage einfach mal Danke, dass du mich zum Posten auffordest, und Danke auch für das Lob.

[...] das Aushöhlen der Asteroiden. Wie machen die Menschen in deiner Welt das? Gibt es dort heimische Lebewesen?

Im bisher erforschten Teil der Galaxis wurden auf Asteroiden keine Lebewesen entdeckt, jedenfalls keine in den Formen, nach denen gesucht wurde. Ähnliches gilt für die meisten Planeten, auch wenn es wahrscheinlich ist, dass die bloße Anwesenheit der Menschen und ihrer mitgebrachten Mikroben wie beim Besiedeln der Amerikas alle einheimischen Lebensformen verdrängt haben. Wer weiß, vielleicht gibt es auf irgendeinem Planeten eine Enklave von fremden Lebensformen, die sich vom ersten Kontakt und dem Schock erholt und aufmüpfig wird~

Wie solche Asteroiden jedoch ausgehöhlt werden, oh je, das ist viel Technobabble. Kurzfassung:
Zuerst wird mehr oder weniger konventionell ein Schacht bis zum Zentrum gebohrt, was je nach Komposition des Asteroiden mit einfachen Bohrern oder, na ja, übergroßen Plasmaschneidern passiert. Der Großteil der Masse aus üblichem Stein, also auf Kohlenstoff und Silikaten basierend, wird in eine Art Schlacke verwandelt, die abgepumpt und auf Verwertbares überprüft wird. Das mag auf einen Schlag das ganze Innenvolumen verschlingen oder in Stufen geschehen, je nach Zweck. Darauf folgt ein freischwebendes Gerüst im Innern, das inzwischen standardisiert ist und verschiedene Module aufnehmen kann -- ob Wohnquartiere, Forschungsstationen, oder auf besonders großen Asteroiden (ebenso auf Monden) auch Minen. Vom Bohrschacht bis zum fertigen Gerüst vergehen Tage, wohingegen eine Raumstation entweder fertig verpackt mit ins System gebracht oder auf einem Planeten konstruiert und in Einzelteilen in eine Umlaufbahn befördert werden muss. Letzteres benötigt eine schon etablierte technologisch stabile Kolonie. Die Apparate zum Präparieren von Asteroiden sind dagegen oft an Bord der Kolonieschiffe und ihrer Eskorten, also sind Asteroiden eine tolle erste Anlaufstation für billige Wohnräume und Außenposten, die natürlichen Schutz vor Strahlung bieten. Viele Planeten haben bequemerweise einen oder mehrere als Trabanten gefangen, ähnlich wie Mars mit Phobos & Deimos.

Ich habe mal gelesen (ich weiß leider nicht mehr wo!), dass Lebewesen des Typ V das uns bekannte Universum sind. Diese Denkansätze beruhen darauf, dass sich die Strukturen deswegen wiederholen, als dass wir (also unser bekanntes Universum) nur eine Gehirnzelle eines gigantischen Lebewesens sind. Andersherum könnten in unseren Gehirnzellen sich auch wieder ganze Universen befinden...

Wir können nicht mehr als mutmaßen, aber das hat ja noch niemanden davon abgehalten, aus einer Idee interessante Fantasien zu spinnen.
Eine ähnliche Form, die ich kenne, beruht auf der Skaleninvarianz von elementaren Teilchen. Das bedeutet mehr oder weniger, dass die kleinsten Teile des Universums -- sprich: Quarks, Elektronen, Bosonen -- weit genug hineingezoomt immer noch punktförmig sind. Würde man nun unendlich weiter zoomen können, würde man diesen Punkt betreten und einen Raum darin finden, ein weiteres Universum. Das ist nicht unähnlich eines Fraktals.

Ich persönlich stelle mir Typ IV & V-Zivilisationen gerne so vor wie die Lanteaner aus Stargate. Plotholes beiseite, sind sie eine so fortgeschrittene Zivilisation, dass sie ihren Körper aufgeben und in die Struktur des Universums eingewoben werden. Ob nun als Energieform in einem Hyperraum, als übernatürlicher Violinist der String-Theorie oder als ewiges Bewusstsein, das zwischen den Branen des Multiversums wandert und für die Erfahrung allein lebt. Das alles ist unserer Vorstellung überlassen. Sehr interessant für die Weiterbildung hierzu ist auch Isaac Asimovs The Last Question. (Bin mir nicht sicher, ob es eine deutsche Fassung davon gibt.)

Was ist mit den Schiffen?

Hier bin ich weitestgehend unoriginell.
Viele meiner Schiffe beruhen auf den Rollen der Kriegsschiffe aus der Schlachtschiff-Ära des Zweiten Weltkriegs und fallen mir ein, wenn ich sie gerade brauche. Daraus entwerfe ich dann einen Plan für eine Schiffsserie und richte sie ein, wenn es nötig ist. Vor ewigen Zeiten habe ich mich mal am Zeichnen des Rumpfes und eines Grundrisses verschiedener Klassen versucht, aber daraus wurde talentbedingt recht wenig.

Wie sieht es mit der Lebenserwartung/Medizin aus?

Hier hast du mich erwischt. Medizin ist absolut nicht meine Domäne, deswegen gibt es recht wenig hier zu erklären. Story-bedingt habe ich nur Folgendes:
Die Lebenserwartung hat sich auch für den normalen Bürger etwa verdreifacht, 200 Jahre alt zu werden ist die Norm. Das liegt an dem Verlangen den Krebs zu besiegen, und so wurde das Zellwachstum genau studiert. Letztendlich wurde die rapide Zellteilung bösartiger Geschwüre gegen sie gewendet. Anstelle der DNA-Degradation durch das "Aufbrauchen" der Telomere einer Zelle, leben diese nun so lange, dass man fast von individueller Unsterblichkeit reden kann. Da Strahlung, äußere Belastungen und einfache Krankheiten allerdings immer noch Faktoren sind, sind 250 Jahre das de facto Maximum. Dies bedingt sich auch an der psychischen Belastung, die ein so langes Leben birgt -- es gibt zwar Therapien, die selektiv Erfahrungen unterdrücken, aber irgendwann ist das Gehirn einfach voll.
Für die Elite gibt es andere Möglichkeiten, aber das ist Teil einer Geschichte und bringt Spoiler mit sich~

Mit dem Aufkommen der Maschinenintelligenzen im späten 7. Jahrtausend setzten viele Menschen ihre Hoffnung auf ein ewiges Leben in künstliche Körper. Zwar ist das möglich, birgt aber Gefahren; der menschliche Geist ist nicht für ein synthetisches Dasein gemacht. Daraus folgte ein Verbot solcher Technologien. Einige wenige konnten sich abseits des Kerns jedoch in enorme Strukturen hochladen und erlagen ihrem Verlangen nach Wissen. Sie bewohnen nun als sogenannte Kuratoren Datenbanken der Größe von Monden und sind oftmals Anlaufstelle für Leute, die nach mehr suchen als das zivilisierte Informationsnetz zu bieten hat. Der Preis für Wissen ist mehr Wissen, und wer nichts Interessantes zu bieten hat, wird ... abgelehnt.

---

So weit dazu. Danke nochmal, denn du hast es sogar geschafft, dass es mir in den Fingern kribbelt mal wieder eine Geschichte im alten Universum zu schreiben.
Ich sollte allerdings gerade weniger tippen und mehr der Vorlesung lauschen. Auch wenn das hier nicht mehr relevant ist, vielleicht findet sich in drei Jahren noch eine interessierte Seele, die ein paar Fragen hat.

Cheers
Skull
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Re: Das Universum [~10'000 Jahre in der Zukunft]
« Antwort #10 am: 16. Oktober 2016, 20:24:40 »
Wow, cool! Danke für die ausführliche Antwort  :)
Das ist echt durchdacht. Soweit bin ich mit meinen Welten nie gekommen, mich langweilt mein Kopf sehr, leider zu schnell, als dass ich je etwas Sinnvolles zu Papier bringen könnte. Doch die Kunst von anderen wie Dir finde ich immer wieder faszinierend ~

Die Daseinsform der Antiker finde ich persönlich ziemlich langweilig, ich hänge wohl zu sehr an den Grenzen meiner Existenz  :P

Zitat
Anstelle der DNA-Degradation durch das "Aufbrauchen" der Telomere einer Zelle, leben diese nun so lange, dass man fast von individueller Unsterblichkeit reden kann.
Was wird denn anstelle der Abnutzung gemacht bzw. wie wird diese verhindert? Enzyme? Ständiger Neuaufbau? Oder meinst Du, dass die Zellen an sich sehr lange leben und daher die Telomere länger halten? Könnte das nicht Probleme geben, dass einige Teile des Körpers dann schneller altern als andere?

Zitat
irgendwann ist das Gehirn einfach voll
Meinst Du wirklich? Du weißt da sicherlich mehr als ich, doch war ich bisher der Meinung, dass unser Gehirn eines der speicherfähigsten Instrumente der bekannten Welt sind. Wäre es nicht nahliegend, wenn schon so etwas wie die DNS einen enormen Datenbestand hat, dass dann auch die Leitung des Körpers so leistungsfähig ist?

Tut mir leid, dass ich Dich hier so mit Fragen und irrelevantem Zeugs vollhaue :'D Ich habe den Köder gefressen und hänge nun fasziniert hier herum.
Vale vale,
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Re: Das Universum [~10'000 Jahre in der Zukunft]
« Antwort #11 am: 24. Oktober 2016, 18:31:33 »
Das ist echt durchdacht. Soweit bin ich mit meinen Welten nie gekommen, mich langweilt mein Kopf sehr, leider zu schnell, als dass ich je etwas Sinnvolles zu Papier bringen könnte. Doch die Kunst von anderen wie Dir finde ich immer wieder faszinierend ~
Das ist mein Segen und mein Laster; ich plane endlose Szenarien und Hintergründe, schreibe aber vielleicht mal alle paar k'atun eine passende Geschichte.

Die Daseinsform der Antiker finde ich persönlich ziemlich langweilig, ich hänge wohl zu sehr an den Grenzen meiner Existenz  :P
Stargate war mein Lebensinhalt und wehe dem, der meine Meinung nicht teilt!
Man findet in meinen Schreibereien oft Parallelen in Stil und Inhalt zur Serie, einfach weil sie mich in den Anfangszeiten begleitet und beeinflusst hat. Ich Fanboy, ich.
Die Antiker haben mich tatsächlich erst so richtig angefangen zu interessieren, als in SGU der Zweck der Destiny erläutert wurde. Alles vorher war beeindruckend und toll, aber in SGU wurde es plötzlich deep. Und dann wurde die Serie stillgelegt, so als hätte man von Firefly nicht gelernt.

Was wird denn anstelle der Abnutzung gemacht bzw. wie wird diese verhindert? Enzyme? Ständiger Neuaufbau? Oder meinst Du, dass die Zellen an sich sehr lange leben und daher die Telomere länger halten? Könnte das nicht Probleme geben, dass einige Teile des Körpers dann schneller altern als andere?

Die Wissenschaftler der Zukunft haben da was ganz Kniffliges gemacht und ich oller Physikstudent kann mir in hundert Jahren nicht einbilden zu verstehen, was die da erzählen.
Soweit ich das sagen kann, pflanzt man während der Therapie eine nanoskopische DNA-Datenbank ein, die mithilfe einer synthetischen Polymerase und verschiedener Aptamer nicht nur die Telomere abgleicht und repariert, sondern auch den natürlichen Enzymen hilft, weitere Schäden zu vermeiden. Diese Datenbank dient auch als Sensor für Ungereimtheiten und stellt einen Timer dar, der alles in sync hält. Das war tatsächlich der Hauptnenner im Kampf gegen den Krebs und wurde lediglich dementsprechend weiterentwickelt.
Offensichtlich ist der Prozess noch nicht perfekt, aber man arbeitet sicher dran.
Das basiert alles auf heutigen Arbeiten zur XNA und ich hab irgendwo einen alten Zettel mit Kaffeeflecken und 12.-Klasse-Bionotizen.

Meinst Du wirklich? Du weißt da sicherlich mehr als ich, doch war ich bisher der Meinung, dass unser Gehirn eines der speicherfähigsten Instrumente der bekannten Welt sind. Wäre es nicht nahliegend, wenn schon so etwas wie die DNS einen enormen Datenbestand hat, dass dann auch die Leitung des Körpers so leistungsfähig ist?
Hey, hey, dräng mich nicht so in die Ecke. Ich hab zwar irgendwann mal ein Referat zum Gehirn gehalten, aber wenn schlaue Menschen mit Titeln das Teil schon nicht verstehen, wie soll ich es?

Das Gehirn ist -- wie viele andere Dinge -- nicht unendlich groß, also kann es nicht unendlich viel fassen. Die Nerven müssen Synapsen bilden und instandhalten, um Informationen speichern zu können und Krankheiten wie Alzheimer lassen uns vermuten, dass gewisse Proteine verklumpen und Nervenbahnen blockieren oder fehlleiten können. Das passiert gegebenenfalls auch ganz natürlich und staut sich über Jahre an, bis dann Altersdemenz oder ähnliches eintritt.
Auch sind Neuronen mit anderweitig beschädigter Myelinscheide nicht so leistungsfähig, und obwohl das Gehirn schon von selbst neue Zellen formt, habe ich keine Ahnung, wie ich in der SF etwas in der Art der oben beschriebenen Datenbank ins Gehirn bekomme, ohne auf digitalen Speicher zurückzugreifen. Stargate benutzt hier gerne Nanobots, aber das hat ja niemand gesagt.

VSauce hat zum Gehirn und Alzheimer ein tolles Video, das ich nur empfehlen kann: https://www.youtube.com/watch?v=dWcdBOYy_bU

Ich beantworte Fragen immer gerne, aber je tiefer du gehst, desto enttäuschender könnten meine Antworten ausfallen. Oder ich fange irgendwann mit Gleichungen an, aber das ist eklig und davon hat niemand was.

Cheers.
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Re: Das Universum [~10'000 Jahre in der Zukunft]
« Antwort #12 am: 29. Oktober 2016, 18:14:25 »
Zitat
Stargate war mein Lebensinhalt und wehe dem, der meine Meinung nicht teilt!
Ich bin ganz deiner Meinung, obwohl ich SGA vorziehe.  ;D

Tut mir leid, dass ich Dich mit den Fragen so genervt habe :'D Wenn es Dich interessiert, Du hast alles super erklärt, logisch und durchdacht. Also, Test bestanden  :P

Diesen Youtuber kenne ich, doch dieses Video war auch neu für mich.

In diesem Sinne viel Freude euch allen,
Lady
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