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Autor Thema: Der Anfang einer Geschichte - Die Planung  (Gelesen 3693 mal)

Offline Jayda-Rose

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Der Anfang einer Geschichte - Die Planung
« am: 18. Januar 2013, 19:45:52 »
Hallo ihr Lieben :)
Nach dem ich das fertig geschriebene Thema, ausversehen nicht geschrieben habe, schreibe ich es jetzt zum zweiten Mal...
Wie man vielleicht lesen kann, geht es um die Planung (ich war wieder überrascht, dass es das Thema noch nicht gab)

Mich interessiert dieses Thema, weil ich selber nicht besonders viel plane. Wenn ich anfange zu schreiben, besteht die Geschichte eigentlich nur in meinem Kopf. Dass heißt, manche Stellen habe ich schon ganz genau vor Augen, manche Stellen sind riesige Lücken.
Die Kapitel, die in unnahbare Nähe rücken, denke ich mir dann genau aus und halte das wichtigste in einem zweiten Dokument fest. Das sind meistens kurze Stichpunkte die nur ich verstehe :D Dass heißt aber: Alles was über zwei Kapitel hinaus geht ist nicht geplant.

Mir kommt das irgendwie ein bisschen wenig vor und wollte nun wissen: Macht ihr es ähnlich, macht ihr mehr oder sogar weniger, plant ihr nach einem bestimmten Muster, etc.
Viel Spaß beim Antworten :)
Grüße ♥ Rose
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Offline Janika

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Re: Der Anfang einer Geschichte - Die Planung
« Antwort #1 am: 18. Januar 2013, 23:25:37 »
Hallo Jayda-Rose,

zu allererst einmal: Das Thema hat glaub ich in "Autorenleben" nichts zu suchen, eher in "Rund um's Buch" ;)

Ich beschäftige mich seit einigen Monaten wieder einmal näher mit dem Plotten, diesmal aber auch wirklich ernsthaft. Ich kann es nicht ab, alles exakt vorgegeben zu haben ohne Freiheiten, ohne Plot verzettel ich mich aber oder rutsche bei Problemchen in eine Schreibunlust - mit einem groben Plot zum Entlanghangeln, nur die wichtigsten und einige größere, zwischengesetzte Checkpoints, Handlungen, Wendungen, damit komme ich hoffentlich klar - ich bin noch bei keinem Projekt, dessen Plot ich gestartet habe, bis zum Schreiben gekommen, warten wir mal ab.

Gruß
Janika
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Offline Bydysawn

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Re: Der Anfang einer Geschichte - Die Planung
« Antwort #2 am: 19. Januar 2013, 15:11:16 »
Ave Jayda-Rose,

Ich mache es so ähnlich wie du, ich schreibe die Stichwörter aber eher auf Zetteln, damit ich sie abends noch habe. Ich habe schon eine kleine Struktur drin, die sich momentan, fast komplett aufgelöst hat. Besonders ein Kapitel will nicht in die Geschichte reinpassen, was mich sehr deprimiert momentan.
Bei riesigen Lücken ist das Motto: Konzentriere dich auf dieses Kapitel und dann kannst du deine Fantasie weiter spinnen lassen.
Meistens mache ich pausen, wenn ich gerade die Stimmung in dem Kapitel nicht rüberbringen kann, z.B. wenn es eher ein nett aufgebautes Kapitel ist und ich eine Stimmung von Hass, Verrat, etc. habe. Das verursacht dann Schreibblockaden.

LG Byd
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Offline Schattenfeuer

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Re: Der Anfang einer Geschichte - Die Planung
« Antwort #3 am: 20. Januar 2013, 10:15:25 »
Hallo Jayda-Rose
Also, vor einem guten Jahr noch, schrieb ich einfach nur so drauf los was dazu führte das, wenn ich das Manuskript beendet habe, die ersten Hundertdreissig seiten komplett überarbeiten muss.
Ich werde in Zukunft immer Plotten, obwohl es mir schwer fällt.
Doch finde ich das Plotten an sich ziemlich langweilig, so dass ich meist überhaupt keine lust dazu habe.
Grüße, Schattenfeuer 
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Offline KaZuko

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Re: Der Anfang einer Geschichte - Die Planung
« Antwort #4 am: 20. Januar 2013, 11:29:35 »
Hallöchen.

Auch ich habe bei meinem allerersten größeren Schreibprojekt in keiner Weise geplottet. Dementsprechend wurde die Geschichte auch ziemlich chaotisch, weswegen mein Paps mir vorschlug, die Handlung doch erst einmal zu planen. Genau das zog ich beim nächsten Projekt dann durch. Anfangs fiel es mir sehr schwer, den Dreh heraus zu kriegen - ich wusste nicht, wie detailliert oder grob ich das machen sollte, weswegen ich mit dem Anfang der Geschichte dreimal neu beginnen musste. Mittlerweile habe ich ein für mich ausreichendes Maß an Detail gefunden und verlasse mich sehr auf meinen Plan. Ohne würde ich es gar nicht mehr versuchen wollen, aus Angst, ich würde in einer Sackgasse landen oder mir würden Logikfehler unterlaufen.
Ich selbst kann das Plotten nur empfehlen. Es hilft, mit der Geschichte und den Charakteren in der Anfangsphase vertraut zu werden und sich erst einmal darüber klar zu werden, wohin die Handlung überhaupt führen soll. Wenn man sich nicht gerne von eigenen Stichpunkten einschränken lässt, kann man es auch sehr grob machen, sodass noch viel Spielraum bleibt. Außerdem ist ein Plot sehr hilfreich, wenn man eine Idee hat und diese absolut nicht vergessen will: Einfach chronologisch richtig in den bereits vorhandenen Plot einfügen und schon kann man sie nicht mehr verlieren.

Also, Schreib-Menschen, plottet! :)

Servi
Kazu~
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Offline SkullCollector

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Re: Der Anfang einer Geschichte - Die Planung
« Antwort #5 am: 20. Januar 2013, 11:38:30 »
Hallo auch von mir.

Was mich betrifft, bin ich der Plotter schlechthin. Ausdenken, planen, skizzieren, bauen, aufschreiben, verwerfen, neu anfangen.
Die letzten beiden Punkte zum Glück weniger häufig. Meine Pläne gefallen mir fast immer sehr gut, nur die Umsetzung der Geschichte drumherum unterliegt meiner Selbstkritik.

Während toller Musik oder dem Liegen im Bett am Abend drängen sich mir diverse Ideen und Szenarien auf, meistens voll ausgeschmückt und bildlich, darauf wartend niedergeschrieben zu werden. Da ich komischerweise unfähig bin, so etwas handschriftlich zu notieren, kann es auch mal vorkommen, dass ich aufspringe und um 2 Uhr nachts den PC nochmals anwerfe. Ich lege mich dann wieder hin und baue am Tag alles aus. Selten ist ein solches Dokument weniger umfangreich als mein Universums-Thema im Weltenbau, welches ebenfalls noch unvollständig ist. Schöpfungsgeschichten, Charakterbiografien, Schiffsbeschreibungen, Hintergrundszenarien aller Art sind bei mir ein Muss, bevor ich überhaupt loslegen kann mit der Geschichte. Leider macht mir das Planen selbst manchmal mehr Spaß als das eigentliche Verfassen der Geschichten...

Früher schrieb ich ebenfalls einfach drauf los ohne Ideen und Struktur. Es gab keinen Spannungsbogen, keine stichhaltigen Hintergründe, nur mehr oder weniger zusammenhängende Szenen. Eine Google-Suche offenbarte mir dann einige Plot-Strategien (wodurch ich übrigens auch auf den Tintenzirkel vor Ewigkeiten stieß). Seitdem geht's gar nicht mehr ohne. Dadurch vertieft man sich selbst umso mehr in die eigene Welt und kann alles wesentlich besser nachvollziehen, ohne seitenweise hochzuscrollen und nachzusehen, warum, was oder wie der und die das dann und wann gemacht haben. Es prägt sich einfach ein.

Cheers
Skull
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~ Friedrich Nietzsche

Offline Janika

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Re: Der Anfang einer Geschichte - Die Planung
« Antwort #6 am: 20. Januar 2013, 11:54:22 »

Also, vor einem guten Jahr noch, schrieb ich einfach nur so drauf los was dazu führte das, wenn ich das Manuskript beendet habe, die ersten Hundertdreissig seiten komplett überarbeiten muss.
Ich werde in Zukunft immer Plotten, obwohl es mir schwer fällt.

Das Plotten ersetzt aber nicht das Überarbeiten! Aber ich verstehe schon, was du meinst - klar, wenn du einfach drauflos schreibst, gibt es oft viel mehr zu korrigieren, daher vermutlich auch dein "komplett überarbeiten". Ich wollte es nur kurz erwähnen, damit das niemand später liest und denkt "Ah, dann plotte ich halt, so komme ich um die Korrektur rum!" ;)
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Offline Jayda-Rose

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Re: Der Anfang einer Geschichte - Die Planung
« Antwort #7 am: 20. Januar 2013, 12:41:47 »
Danke für die vielen Antworten :)
Fast einstimmig seit ihr alle Plotter und ich habe langsam wirklich das Gefühl, das dass hilfreich gewesen wäre.
Ich arbeite ja erst an meinem ersten Roman ( Ich Neuling ;D). Da ich aber schon 140 Normseiten zusammen habe, möchte ich ungern alles noch mal neu anfangen.
Ich glaube ich plane den Rest einfach besser und muss dann halt mehr überarbeiten. Ich merke leider, dass mein Werk schon etwas chaotisch werden könnte. Also so ähnlich wie bei dir, Schattenfeuer.
Ich hoffe ich kann das mit viel Umschreiben am Ende noch retten. Aber das ist mir lieber als alles neu zu schreiben. Ich bin guter Dinge und glaube auch wenn ich einige Kapitel, dann komplett neu schreiben werde, dass noch etwas draus wird.

Da ich Großmaul mir gleich eine Trilogie vorgenommen habe, werde ich, wenn ich so weit komme, die Nachfolger dann plotten :)
Vielen Dank für die Antworten. Sonst wäre ich wohl nie zu dieser Erkenntnis gekommen. :)
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Offline Seelenworte

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Re: Der Anfang einer Geschichte - Die Planung
« Antwort #8 am: 21. Januar 2013, 08:49:40 »
Vielleicht ein wenig spät aber ich muss sagen, dass ich jetzt nicht sooo der Plotter bin.
50% meiner Projekte sind wenigstens "angeplottet" (?) und die anderen 50 % sind Sachen in Richtung Horror, Kinderbuch und ein paar mehr, wo ich einfach nicht plotten... will :)
Aber wenn ich wirklich "richtig" plotte, dann ziehe ich es aus auch durch.
 Dann gibt es Steckbriefe, Bilder der Charaktere, Skizzen von Orten und Häuser, Beschreibung jedes Kapitels und Tabellen in denen dargestellt ist, wie meine Charaktere zu einander stehen (jedenfalls sollten) und welche es gibt (eigentlich...), Vorgeschichten der Charaktere (Familie etc.), Beschreibungen besonderer Gegenstände, Überblick aller Wesen die vorkommen (bei Fantasy), haufenweise Notizzettel mit Namen, Kurzideen etc, tabellarische Darstellung aller Szenen und noch ein paar Sachen mehr.
Meistens verwerfe ich dann 95% wieder und fange von vorne an aber naja :)

GLG

Offline Thiod

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Re: Der Anfang einer Geschichte - Die Planung
« Antwort #9 am: 21. Januar 2013, 17:35:52 »
Hallo,
auch ich würde mich eher als Plotter bezeichnen, wenn auch dies nicht ausschließt, dass ich hin und wieder einen Plan noch einmal vollkommen umschmeiße oder doch hin und wieder dem Drang nachgebe und irgendwas einbaue, das nicht geplant war (bei meinem Garia war das ein riesiges Glück für die Geschichte, ich kann sie mir gar nicht mehr ohne das Volk der Swai vorstellen - ein elfenstämmiges Volk, das ich mir erst nach 200 Seiten ausgedacht habe). Aber generell, verbringe ich gerne meine Zeit damit, eigenheiten von Charakteren auszutüffteln oder ich lege Listen an, zeichne Pläne und, und, und. Und auch ich kenne das von Skull angesprochene Problem, dass mir das (sogar ziemlich oft) mehr Spaß als das eigentliche Schreiben macht. Andererseits kommt es mir aber auch immer wieder vor, dass sich in meinen Kopf Szenen einschleichen, die meiner Planung massiv widersprechen - und es beschert mir viel innere Kämpfe, zu entscheiden, ob ich sie verwerfe oder einbeziehe.

Viele Grüße,
Thiod.
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Offline Janika

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Re: Der Anfang einer Geschichte - Die Planung
« Antwort #10 am: 22. Januar 2013, 10:09:44 »
Um das kurz richtigzustellen: Ich bin keine Plotterin, aber ich versuche mich momentan zu einer zu entwickeln! ;D
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Offline Writing_Chrissi

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Re: Der Anfang einer Geschichte - Die Planung
« Antwort #11 am: 16. Februar 2013, 10:01:18 »
Mal kurz ne Frage:

Was ist plotten? :D
Nimm dir Zeit für deine Träume, bevor die Zeit dir deine Träume nimmt!

Offline KaZuko

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Re: Der Anfang einer Geschichte - Die Planung
« Antwort #12 am: 16. Februar 2013, 11:34:15 »
Der Plot ist die Planung einer Geschichte/eines Buches. Wenn du plottest, machst du dir ein kleines Raster der Handlung, schreibst diese in Stichworten oder Sätzen kurz auf, je nach dem, wie man es lieber mag. Am Plot orientierst du dich beim Schreiben, damit man sich nicht verzettelt oder in logische Sackgassen gerät.
Das Plotten ist quasi das Gegenteil vom Drauflos-Schreiben, bei dem man nicht die ganze Handlung schon vorneherein kennt, sondern sich von der eigenen Geschichte überraschen lässt.

Servi
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